Erstes Intveriew nach Amtsende Was Merkels Rollenwechsel lehrt

Meinung | Düsseldorf · Auch die frühere Bundeskanzlerin muss lernen, wie Ruhestand geht. Was sie über ihre ersten Monate erzählt, verrät, wie sie den Rollenwechsel vollzieht. Und was sie nicht will.

Angela Merkel spricht öffentlich über den Ukraine-Krieg
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Angela Merkel spricht öffentlich über den Ukraine-Krieg

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Foto: dpa/Fabian Sommer

Sie war am Meer. Allein. Hat Bücher gelesen, dicke Werke, ohne Zweck, ohne direkten Nutzen. Sie hat sich Bewegung verschafft, hat Hörbücher entdeckt, Shakespeares Macbeth auf die Ohren, die Tragödie von Aufstieg und Fall eines Herrschers, das gültige Stück über die Verführungskraft der Macht. In ihrem ersten Interview seit dem Abschied aus der aktuellen Politik hat Angela Merkel recht frei über die zurückliegenden Monate gesprochen. Über die erste Etappe auf ihrem neuen Weg als Frau ohne Amt. Sie habe herausfinden wollen, ob sie ihre Tage gut herumbringe, ohne Politik, ohne Termine, ohne Regierungsentourage. Man kann auch sagen, sie hat herausfinden wollen, wer sie ist, was da von ihr übrig ist ohne Macht. Und sie hat getestet, ob sie mit diesem gehäuteten Ich Zeit verbringen kann, ohne sich zu langweilen. Sie habe herausfinden müssen, was das eigentlich ist, eine Bundeskanzlerin a. D., sagt sie.