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Düsseldorf: Germanwings verweist bei Entschädigung an den Staat

Düsseldorf : Germanwings verweist bei Entschädigung an den Staat

Die Lufthansa hat Angehörigen der Germanwings-Opfer empfohlen, sich für Entschädigungszahlungen zunächst an den deutschen Staat zu wenden. Dies sei der übliche Weg, erklärte ein Sprecher des Mutterkonzerns Lufthansa. Nach dem Opferentschädigungsgesetz haben die Opfer von Gewalttaten Ansprüche gegen den deutschen Staat, wobei ausdrücklich Ereignisse in deutschen Flugzeugen eingeschlossen sind.

Opferanwalt Christof Wellens zeigte sich irritiert. "Ich kann diesen Hinweis nicht einordnen", sagte der Anwalt, der nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit mehr als 60 Angehörigen zivilrechtlich vertritt. Er bezeichnete den Hinweis der Lufthansa als hilflos. Gespräche über zivilrechtliche Ansprüche stünden ganz am Anfang. Lufthansa hat bislang eine Soforthilfe von 50 000 Euro pro Todesopfer gezahlt.

Die sterblichen Überreste des Piloten, der am 24. März einen Germanwings-Airbus auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in den französischen Alpen hatte abstürzen lassen, sind am Samstag in Montabaur bestattet worden. Die Koblenzer "Rhein-Zeitung", die den Beisetzungstermin von Andreas Lubitz kannte, verzichtete darauf, die Information zu verbreiten, um der Familie die Chance zu geben, in Ruhe Abschied zu nehmen. Die Zeitung erschien gestern mit einer weißen Lücke auf der Titelseite nebst einem kurzen Hinweis auf das stattgefundene Begräbnis.

(RP)