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Fukushima: Atomexperte tritt nach Regierungskritik zurück

Fukushima: Atomexperte tritt nach Regierungskritik zurück

Tokio (dapd) Wegen ihres Umgangs mit der Havarie im Atomkomplex Fukushima sieht sich die japanische Regierung wachsender Kritik der Bevölkerung ausgesetzt. Nach einer Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo sind die Zustimmungswerte von Ministerpräsident Naoto Kan an einem Tiefpunkt angelangt. 76 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Kan beim Krisenmanagement nach der dreifachen Katastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall unzureichende Führungsqualitäten gezeigt habe.

Aus Protest gegen seiner Ansicht nach zu hoch angesetzte Grenzwerte nach der Atomkatastrophe von Fukushima erklärte Regierungsberater Toshiso Kosako seinen Rücktritt. Er könne es nicht vertreten, dass die Regierung den unangemessenen Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr für Grundschulen in der Nähe von Fukushima festgesetzt habe, erklärte Kosak. Der Professor für atomare Strahlung an der Universität Tokio war im März von Kan als Berater ernannt worden. "Ich kann das als Wissenschaftler nicht zulassen", sagte Kosako unter Tränen bei der Pressekonferenz. "Es erscheint mir, als ziele die Reaktion der Regierung lediglich darauf ab, sich Zeit zu verschaffen."

(RP)