Düsseldorf Frontex soll Europas Grenzen schützen
Düsseldorf · Frontex hat fast kein eigenes Personal, aber zurzeit alle Hände voll zu tun: Die Europäische Grenzschutzagentur mit Sitz in Warschau leiht sich Mitarbeiter und Ausrüstung jeweils bei den EU-Mitgliedsstaaten, um die Außengrenzen Europas besser abzusichern. Schwerpunkt der Einsätze ist zurzeit der Mittelmeerraum.
Durch die Schengener Abkommen waren die festen Grenzkontrollen zwischen den EU-Ländern schrittweise weggefallen. Das hatte den Kampf gegen internationale Kriminalität und illegale Einwanderung massiv erschwert. Deshalb wurde 2004 Frontex gegründet. Die Abkürzung basiert auf dem französischen Begriff für Außengrenzen: "Frontières extérieures". Die Agentur mit einem Jahresetat von 88 Millionen Euro, die vom Finnen Illka Laitinen (48) geführt wird, soll vor allem Migrantenströme abwehren. Vorgegeben ist beispielsweise, dass die Grenzhüter Flüchtlingsschiffe möglichst weit vor den Küsten abfangen und zurück in die Heimat eskortieren. Das bringt Frontex regelmäßig Kritik von Menschenrechtsorganisationen ein.
Zum Schutz der "Festung Europa" steuert Frontex zunächst jeweils die nationalen Grenzwächter und bildet sie bei Bedarf vorher aus. Wird der Druck irgendwo zu stark, kann die Agentur zeitlich begrenzt aus einem Pool von 700 Grenzschutzbeamten internationale Eingreifverbände zusammenstellen – wie im Fall Griechenlands, wo auch deutsche Bundespolizisten in eigenen Geländewagen an der Grenze zur Türkei patrouillieren.
Zurzeit hat Frontex vier große Einsatzgebiete: Operation "Nautilus" heißt das Codewort für die Überwachung des Mittelmeeres zwischen Nordafrika und Süd-Italien, "Poseidon" deckt den Bereich östliches Mittelmeer ab, "Hera" die Kanarischen Inseln, und "Amazon" versucht, die illegale Einwanderung über Flughäfen zu verhindern.