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Referendum in Bozen: "Friedensplatz" wird wieder zum "Siegesplatz"

Referendum in Bozen

"Friedensplatz" wird wieder zum "Siegesplatz"

Bozen (rpo). Bei einem Referendum in der Südtirol-Hauptstadt Bozen haben sich 62 Prozent der Einwohner dafür entschieden, dass der zentrale "Friedensplatz" ihrer Stadt demnächst in Anlehnung an Benito Mussolinis Denkmal wieder "Siegesplatz" heißen soll. Damit leben alte Spannungen zwischen "Italienern" und Deutschsprachigen wieder auf.

Der Platz und das darauf stehende "Siegesdenkmal" des faschistischen Diktators Benito Mussolini erinnern an die Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg. Nord- und Osttirol blieben damals beim besiegten Österreich, Südtirol fiel an Italien.

Erst zum Jahresbeginn hatte der Stadtrat den Platz in "Friedensplatz" umbenannt. Das Stadtparlament, dem neben der deutschsprachigen Südtiroler Volkspartei (SVP) auch mehrere italienische Mitte-Links-Parteien angehören, wollte damit ein Zeichen der Versöhnung setzen. Dagegen machte die Rechtspartei Nationale Allianz (AN) des stellvertretenden italienische Ministerpräsidenten Gianfranco Fini mobil.

Bürgermeister Giovanni Salghetti-Drioli sprach am Montag von einer "großen Enttäuschung". Zwar ist das Votum der Volksbefragung für den Stadtrat nicht bindend. Aber einer so klaren Mehrheit werde das Stadtparlament wohl folgen, hieß es in Bozen. Etwa 70 Prozent der Einwohner Bozens gehören unterdessen zur italienischsprachigen Volksgruppe, die Deutschsprachigen sind im Laufe der Zeit zur Minderheit geworden.

(RPO Archiv)