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Mailand: Freispruch für Berlusconi in Ruby-Prozess

Mailand : Freispruch für Berlusconi in Ruby-Prozess

Eine siebenjährige Haftstrafe gegen den früheren italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi ist in zweiter Instanz gekippt worden. Ein Berufungsgericht in Mailand hat Berlusconi im sogenannten "Ruby"-Prozess, bei dem es um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch ging, für unschuldig erklärt. Damit ist auch das lebenslange Verbot öffentlicher Ämter für Berlusconi aufgehoben.

Das Urteil des Berufungsgerichtes ist nicht rechtskräftig, eine weitere Berufung vor dem Kassationsgericht ist möglich. Das würde das Urteil auf Rechtsfehler prüfen. Dem 77-jährigen Berlusconi war vorgeworfen worden, bei den angeblich wilden "Bunga-Bunga-Partys" in seiner Villa Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die heute 21 Jahre alte Marokkanerin Karima El Mahroug, die damals noch unter 18 Jahren alt war. Die Nachtclubtänzerin wurde der Öffentlichkeit unter dem Namen Ruby bekannt. Außerdem soll Berlusconi seine Macht missbraucht haben, als er sich für die Entlassung der Tänzerin aus dem Polizeigewahrsam einsetzte. Ruby war wegen Diebstahlvorwürfen festgenommen worden. Der 77-Jährige bezeichnete sich mehrmals als unschuldig.

In erster Instanz war der dreimalige Regierungschef Italiens im Juni des vergangenen Jahres zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Berufungsprozess eine Bestätigung des Urteils gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. Im August 2013 war Berlusconi zudem wegen Steuerbetrugs rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde aber wegen einer Amnestieregelung auf ein Jahr reduziert. Berlusconi leistet die Strafe derzeit in Form von Sozialstunden in einem Seniorenheim ab.

(dpa)