Frau wirft Joe Biden Belästigung vor

Ehemaliger US-Vizepräsident : Frau wirft Joe Biden Belästigung vor

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden wehrt sich gegen Belästigungsvorwürfe einer Politikerin aus dem Staat Nevada. Die Frau erklärte, Biden habe ihr unaufgefordert den Hinterkopf geküsst.

Biden könne sich nicht daran erinnern, die Frau geküsst zu haben, sagte sein Sprecher Bill Russo am Freitag. Damit reagierte er auf einen im „New York“-Magazin veröffentlichten Artikel von Lucy Flores, einer Ex-Abgeordneten im Unterhaus von Nevada, die sich 2014 um das Vizegouverneursamt des Staats bewarb.

In jenem Jahr absolvierte sie in Las Vegas einen Auftritt mit Biden, den sie als Wahlkampfhelfer hatte gewinnen können. Als sie darauf gewartet hätten, auf die Bühne zu gehen, habe sie zwei Hände auf ihrer Schulter gespürt, schrieb Flores. Sie habe gedacht: „"Warum berührt mich der Vizepräsident der Vereinigten Staaten?". Dann fuhr er damit fort, mir einen großen, langsamen Kuss auf meinen Hinterkopf aufzudrücken.“ Dies habe bei ihr Unbehagen, Ekel und Verwirrung ausgelöst, ergänzte Flores. „Selbst wenn sein Verhalten nicht gewalttätig oder sexuell war, war es erniedrigend und respektlos.“

Bidens Sprecher Russo erklärte, weder damals noch in den Jahren danach hatten sein Chef oder seine damaligen Mitarbeiter mitbekommen, dass Flores Unbehagen verspürt habe. Zudem könnten sie sich an deren Schilderungen nicht erinnern. Dennoch habe sie jedes Recht, ihre Erinnerungen mitzuteilen. Dass sie die Chance dazu habe, spiegele einen Wandel zum Besseren in der Gesellschaft wider.

Flores Vorwürfe platzen mitten in Pläne Bidens für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2020. Er soll sich in der letzten Phase seiner Entscheidungsfindung befinden.

(csi/dpa)
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