Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht zurück nach Limburg

Berlin : Tebartz kehrt nicht zurück nach Limburg

Die katholische Kirche verspricht mehr Transparenz bei Finanzangelegenheiten.

Der Papst hat das Rücktrittsgesuch des umstrittenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst angenommen. Damit leitet der 54-Jährige die Diözese von Limburg nicht mehr. Tebartz-van Elst hatte wegen seiner Amtsführung und wegen Kosten von mindestens 31 Millionen Euro für Bauten an seinem Bischofssitz das Vertrauen der Menschen verloren. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz in Berlin begrüßte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Entscheidung.

Apostolischer Administrator in Limburg soll der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe werden. Er war auch Vorsitzender der Prüfungskommission, die das Vorgehen rund um die Bauten am Limburger Bischofssitz unter die Lupe genommen hatte. In ihrem 108-seitigen Abschlussbericht, der gestern veröffentlicht wurde, kommen die Prüfer zu dem Ergebnis, dass Tebartz-van Elst die Baukosten an seinem Bischofssitz systematisch zu niedrig angegeben, Kontrollen verhindert und Vorschriften umgangen hatte.

Tebartz-van Elst wies die Vorwürfe gestern zurück. Einen Teil der Verantwortung für das Finanzgebaren schob der Bischof seinem damaligen Generalvikar Franz Kaspar zu. Kaspar habe als einziger einen umfassenden Einblick in die Vermögensstruktur des Bischöflichen Stuhls gehabt. Er sei für das Vorgehen verantwortlich, erklärte Tebartz-van Elst.

Aus Sicht des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) muss die Kirche aus dem Fall lernen. ZdK-Chef Alois Glück betonte, dies gelte für die Transparenz der Finanzen und für den Führungsstil.

(qua)
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