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Paris: Frankreich: Festnahmen nach Drohnenflug über Atommeiler

Paris : Frankreich: Festnahmen nach Drohnenflug über Atommeiler

Sie sehen ein bisschen aus wie ferngesteuerte Hubschrauber für Kinder - doch sie sind kein Spielzeug. Die Drohnen, die Frankreichs Atomkraftwerke seit einem Monat immer wieder überfliegen, sind gefährlich. Als fliegende Spionagegeräte könnten sie Geheimnisse auskundschaften und helfen, einen Anschlag vorzubereiten. Doch keiner weiß, wer die Mini-Ufos losgeschickt hat.

Drei junge Franzosen, die bereits am Mittwoch in der Nähe des Atommeilers Belleville-sur-Loire festgenommen wurden, stecken der Staatsanwaltschaft zufolge nicht hinter den Überflügen. Auch die Umweltorganisation Greenpeace, die immer wieder mit spektakulären Aktionen gegen Atomkraft demonstriert, will mit den Drohnen nichts zu tun haben. Die Organisation hatte schon mehrfach auf Sicherheitslücken in den Kraftwerken hingewiesen, die eigentlich nur in einer Höhe von mehr als 1000 Metern überflogen werden dürfen. Erst im März durchbrachen rund 60 Aktivisten mit einem Lastwagen die Absperrung des alternden Atomkraftwerkes Fessenheim rund 30 Kilometer von Freiburg entfernt. Die Greenpeace-Mitglieder kletterten auf das Dach des Reaktorgebäudes und brachten dort publikumswirksam das Spruchband "Stop Risking Europe" ("Hört auf, Europa in Gefahr zu bringen") an.

Solche Aktionen erregen zwar viel Aufsehen - doch in Frankreich, dem größten Atomstromproduzenten Europas, ist Atomkraft kein Thema. Nur 42 Prozent der Franzosen machen sich laut einer im Sommer veröffentliche. Umfrage Sorgen um die Sicherheit in den 58 Reaktoren. Mehr als die Hälfte der Franzosen ist zudem dafür, den Anteil des Atomstroms weiter bei 75 Prozent zu halten.

Umweltministerin Ségolène Royal versuchte deshalb auch, die Gefahr durch die Drohnen herunterzuspielen: "Die Sicherheit der Atomkraftwerke ist ausreichend gewährleistet, um diesen Risiken zu begegnen." Allerdings musste die Sozialistin auch einräumen, dass die Polizei nach einem Monat noch keine Spur von den Tätern hat.

Das Wachpersonal des Kraftwerks wurde nun angewiesen, die Drohnen mit Schrotflinten abzuschießen.

(RP)