Berlin: Fernbusse dürfen Bahn Konkurrenz machen

Berlin: Fernbusse dürfen Bahn Konkurrenz machen

Vom kommenden Jahr an dürfen Fernbusse als preisgünstige Alternative zur Bahn die deutschen Städte miteinander verbinden. Regierung und Opposition in Berlin einigten sich darauf, die bislang geltenden gesetzlichen Beschränkungen aufzuheben. Abgesehen von Berlin-Verbindungen ist derzeit noch Linienfernverkehr mit dem Bus untersagt, sofern er der Bahn Konkurrenz macht.

Das Angebot richte sich vor allem an "preissensible Kunden" , heißt es in dem Kompromiss-Papier der Parteien. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nannte den Fernbus "eine klimaschonende und wirtschaftliche Alternative zum Auto". Die notwendige Zustimmung der Bundesländer gilt als sicher. Zum Schutz des von den Ländern mitbezahlten regionalen Zugverkehrs dürfen Fernbusse auf Strecken unter 50 Kilometer Länge und mit weniger als einer Stunde Reisezeit nicht eingesetzt werden.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen zeigte sich erleichtert, dass die schon vor Jahren angekündigte Liberalisierung nun kommt. Wegen der Verzögerung müssten jetzt viele Bus-Unternehmen vor einem Start erst einmal ihre Marktanalysen aktualisieren. Von den 3000 Mitgliedsunternehmen seien mittelfristig 100 von ihrer Größe her in der Lage, ein Netz von 300 bis 400 Kilometer langen Strecken aufzubauen. Die Deutsche Bahn als Betreiberin der größten Busflotte im Land plant "wegen Zweifeln an der Rentabilität" keine Ausweitung ihres Fernverkehrs.

(RP)
Mehr von RP ONLINE