Ex-IBM-Chef will Fußballbund führen

Ex-IBM-Chef will Fußballbund führen

Frankfurt/M. (bei/gic) Der Schwabe Erwin Staudt möchte Nachfolger von Theo Zwanziger als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. "DFB-Präsident zu sein, ist eine der schönsten Aufgaben, die es in Deutschland gibt", sagte der ehemalige Vorstandschef von IBM Deutschland im Gespräch mit "Sportbild". Bis August war Staudt Präsident des VfB Stuttgart. Er gehört dem Aufsichtsrat der Deutschen Fußball-Liga an. Staudt bestätigte, dass er gestern mit Zwanziger gesprochen hat. "Die Menschen in den Verbänden müssen sagen, wer der Kandidat sein soll und was ihre Vorstellungen sind. Wenn die Leute sagen, dass ich der Richtige bin, würde es mich freuen", sagte der 63-Jährige.

Theo Zwanziger hatte am Freitag überraschend erklärt, dass er im Oktober 2012 nach dann acht Jahren vom Amt des Präsidenten zurücktreten möchte. Am Samstag hatte Zwanziger gesagt, dass er Generalsekretär Wolfgang Niersbach für einen geeigneten Kandidaten halte. Auch Franz Beckenbauer warb für den Düsseldorfer. Der ehemalige DFB-Vizepräsident räumt Staudt kaum Chancen ein. Ihm fehle es an Unterstützung aus den Landesverbänden. Beckenbauer brachte im Sender "Sky" ein neues Konstrukt mit Niersbach als hauptamtlichem Präsidenten ins Gespräch.

Theo Zwanziger war in den vergangenen Wochen in Bedrängnis geraten. Insbesondere in der Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell und Schiedsrichter Michael Kempter war ihm verfrühte Parteinahme vorgeworfen worden.

Auch Bundestrainer Löw war von Zwanzigers Rücktrittsankündigung überrascht. Negative Auswirkungen auf die Titeljagd bei der EM befürchtet er nicht: "Das wird uns jetzt in unserer Vorbereitung und Konzentration nicht stören."

(RP)