Luxemburg: EuGH verhandelt über Kündigung von Chefarzt

Luxemburg: EuGH verhandelt über Kündigung von Chefarzt

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg verhandelt seit gestern den Fall eines gekündigten Chefarztes in einem Krankenhaus in katholischer Trägerschaft. Als geschiedener Katholik hatte dieser erneut geheiratet und wurde entlassen, weil eine Wiederheirat nach katholischem Eheverständnis einen Loyalitätsverstoß darstellt. Seit 2009 haben sich mehrere deutsche Arbeitsgerichte bis zum Bundesarbeitsgericht, aber auch das Bundesverfassungsgericht mit dem Fall befasst.

Vertreter der Bundesregierung verwiesen auf das in Deutschland verfassungsrechtlich garantierte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen. Es sei das Recht der katholischen Kirche, an katholische Arbeitnehmer besondere Loyalitätsanforderungen gemäß ihren Lehren zu stellen. Nach Auffassung der EU-Kommission darf es aber keine Ungleichbehandlung aufgrund der Konfessionszugehörigkeit geben.

(kna)
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