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Pressestimmen zur Rettung der Pleite-Insel: "Zypern sollte uns eine Warnung sein"

Pressestimmen zur Rettung der Pleite-Insel : "Zypern sollte uns eine Warnung sein"

Nach mehr als einwöchigem Tauziehen gibt es eine Vereinbarung zur Lösung der Zypernkrise. Der Inselstaat bleibt vom Staatsbankrott verschont. Europas Medien kritisieren ein schlechtes EU-Krisenmanagement.

Zypern bleibt in der Eurozone und kann den drohenden Staatsbankrott abwenden: Der Inselstaat vereinbarte in nächtlichen Verhandlungen in Brüssel ein umfassendes Sanierungspaket mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

Europas Medien sehen den Fall Zypern als Warnung. In der Kritik steht vor allem das Krisenmanagement der EU-Institutionen. "Dass Europa anfänglich bei Plänen, Sparguthaben unter 100.000 Euro anzutasten, mitmachte und damit die Sparer der gesamten Eurozone alarmierte, bleibt ein Schnitzer von Format", schreibt der belgische "De Standaard".

"Der Standard" aus Österreich geht in seinem Urteil einen Schritt weiter: "Zypern" steht vor allem für eine totale kommunikative Unfähigkeit an der Spitze von EU, Eurozone und Regierungen der Mitgliedstaaten, die ihresgleichen sucht."

Die französische "Libération" hebt den Zeigefinger. Europas Institutionen und die Regierungen der Mitgliedsstaaten sollten in Zukunft noch wachsamer sein. Die Rettung Zyperns - "das sollte uns eine Warnung sein."

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Zypern bekommt Beistandskredite über zehn Milliarden Euro und bringt zusätzlich 5,8 Milliarden Euro mit ein. Ohne die Einigung wäre am Montag ein Ultimatum der Europäischen Zentralbank (EZB) abgelaufen. Ansonsten hätte die EZB keine Notkredite mehr überwiesen.

"Wir haben keine Schlacht gewonnen, aber wirklich einen katastrophalen Austritt aus der Eurozone vermieden", sagte der zyprische Finanzminister Michalis Sarris nach zehnstündigen Verhandlungen am Montagmorgen.

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(ap/nbe/hip)