Wahl in den Niederlanden: Ein Fest für Europa

Wahl in den Niederlanden : Ein Fest für Europa

Ministerpräsident Mark Rutte hat bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden triumphiert. Er hat seinem Land, aber eigentlich auch ganz Europa gezeigt, dass populistische Worthülsen letzten Endes nicht überzeugen.

Kontrahent Geert Wilders hatte solche Hülsen immer wieder in die Welt posaunt, schnitt aber deutlich schlechter ab, als man es ihm zuvor zugetraut hatte. Sein lächerliches Wahlprogramm, das auf einer Din-A4-Seite Platz findet, war schon ein Beweis dafür, wie wenig Inhalt in Wilders' Aussagen steckte: Alle Moscheen schließen, den Koran verbieten, Flüchtlinge nicht mehr ins Land lassen. Wilders schürte Angst, verunglimpfte und beleidigte. Politik war das nie, sondern Theater. Das spielte er zugegeben gut. Aber mit Theater gewinnt man in einem demokratischen Land keine Wahlen — nur mit Inhalten.

Islamischer Staat, Flüchtlingskrise, Donald Trump, Brexit - es war ein Zerreißjahr für Europa. Da ist es bezeichnend, dass es Wilders nicht geschafft hat, den Populismus zum Sieg zu führen. Das macht Hoffnungen für ruhigere Zeiten.

Am Montag hatte Rutte die Parlamentswahl als Viertelfinale im Kampf gegen den Rechtspopulismus bezeichnet. Die Wähler in Frankreich (Halbfinale) und Deutschland (Finale) können es nun den Niederländern gleichtun und die rechten Schreihälse in Form des Front National sowie der AfD zum Schweigen bringen. Es wäre ein wahres Fest für die Demokratie.

(jaco)
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