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Euro-Rettung: USA will IWF kein weiteres Geld geben

Euro-Rettung : USA will IWF kein weiteres Geld geben

Bei der geplanten Erhöhung seiner finanziellen Schlagkraft gegen die Euro-Krise muss der Internationale Währungsfonds (IWF) offensichtlich auf die Hilfe der USA verzichten. Die EU-Kommission hat unterdessen finanzstarke Länder von außerhalb Europas aufgefordert, im Kampf gegen die Schulden die Krisenkasse aufzustocken.

Die Regierung in Washington bekräftigte ihre Haltung, dem globalen Krisenhelfer kein weiteres Geld zur Verfügung stellen zu wollen. "Wir haben unseren internationalen Partnern gesagt, dass wir nicht vorhaben, zusätzliche Ressourcen für den IWF freizumachen", hieß es nach Medienberichten vom Donnerstag aus dem US-Finanzministerium.

Europa habe die Kapazität, seine Probleme selbst zu lösen, verlautete weiter. "Der IWF kann keine robuste Brandschutzmauer für die Eurozone ersetzen." Die USA fordern von den EU-Ländern, die Krise mit ausreichendem eigenen Mitteleinsatz entschiedener anzugehen.

Auch das politische Klima in dem hoch verschuldeten Land würde die Regierung von US-Präsident Barack Obama bei einer teuren Hilfe Europas mit Steuergeldern im Wahljahr in Erklärungsnot bringen. Die USA sind mit Abstand der größte Anteilseigner im IWF.

G-20-Länder sollen helfen

Derweil hat die EU-Kommission finanzstarke Länder von außerhalb Europas aufgefordert, im Kampf gegen die Schuldenkrise im Euroraum die Krisenkasse des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufzustocken. "Keine Region bleibt unberührt von möglichen Entwicklungen in der Schuldenkrise in Europa", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel.

Die EU werde Beiträge "insbesondere der G-20-Länder und finanziell starker IWF-Mitglieder wärmstens willkommen heißen". Zu der G-20-Gruppe gehören die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.

500 Milliarden Euro

Die Aufstockung der Krisenmittel des IWF "muss eine weltweite Dimension haben", fügte der Sprecher hinzu. Angesichts der Schuldenkrise in der Euro-Zone plant der IWF eine deutliche Ausweitung seiner finanziellen Feuerkraft. Der Währungsfonds meldete am Mittwoch in Washington zusätzlichen Finanzbedarf in Höhe von 500 Milliarden Dollar (umgerechnet 393 Milliarden Euro) an. Dabei war zunächst allerdings unklar, woher der Großteil der benötigten Gelder kommen sollte.

In der geplanten Aufstockung sind die Mitte Dezember von den Staaten der Euro-Zone zugesagten 150 Milliarden Euro (rund 195 Milliarden Dollar) den Angaben zufolge bereits enthalten. Der Währungsfonds könnte versuchen, sich die restlichen Gelder von den aufstrebenden Schwellenländern zu besorgen, insbesondere von China, Russland, Brasilien und Indien. Der Kommissionssprecher sagte, eine Einigung solle auf dem Treffen der Finanzminister der G-20-Länder Ende Februar in Mexiko erreicht werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Euro-Krise: Diese Themen brennen Anfang 2012

(dpa/AFP)