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Schuldenkrise - Reformstopp kostet Griechenland Milliarden

Schuldenkrise : Reformstopp kostet Griechenland Milliarden

Der Amtsantritt von Syriza-Ministerpräsident Alexis Tsipras könnte Griechenland bis zu 20 Milliarden Euro kosten. Grund ist der umfassende Reformstopp seit dem Regierungswechsel. Das Milliardenloch könnte ein drittes Rettungspaket nötig machen.

Die Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds rechnet offenbar nicht mehr mit einem Primärüberschuss in Griechenland in diesem Jahr. Von dem ursprünglich anvisierten Plus von drei Prozent vor Abzug der Zinsausgaben "dürfte nichts übrig bleiben", zitierte der "Spiegel" am Samstag aus Kreisen der drei Institutionen. Demnach hat ein "Reformstopp" seit dem Amtsantritt von Syriza-Ministerpräsident Alexis Tsipras im Januar die Finanzlage deutlich verschärft.

Laut "Spiegel" rechnen Experten mit einer zusätzlichen Finanzierungslücke von zehn bis 20 Milliarden Euro. Diese müsse mit einem dritten Rettungspaket gestopft werden. Entsprechende Vermutungen wurden auch schon in der Berliner Regierungskoalition geäußert.

Athen steckt derzeit in akuter Finanznot, weil das Geld für die Rückzahlung von Krediten fehlt. Am Wochenende wollen Experten des griechischen Finanzministeriums in Brüssel mit Kollegen aus den Euro-Ländern über eine aktualisierte Liste mit Reformvorschlägen beraten, die rund drei Milliarden Euro einbringen sollen.

Allerdings braucht das Land auch zurückgehaltene Notkredite aus dem Ende Februar verlängerten Hilfsprogramm, um nicht bald in die Pleite zu stürzen. Voraussetzung ist, dass die Gläubiger-Troika die Reformliste akzeptiert und anschließend die Euro-Finanzminister grünes Licht geben. Einen bestätigten Termin für ein Eurogruppentreffen in der Woche vor Ostern gab es bis zum Samstag nicht.

(AFP)