1. Politik
  2. EU-Politik

Griechenland will Forderungsverzicht: Papademos droht privaten Gläubigern

Griechenland will Forderungsverzicht : Papademos droht privaten Gläubigern

Griechenlands Regierungschef Lucas Papademos hat vor der anstehenden Verhandlungsrunde mit dem Internationalen Bankenverband IIF gedroht, private Gläubiger per Gesetz zum Forderungsverzicht zu zwingen.

Falls keine Einigung zustande komme, könne das nicht ausgeschlossen werden, sagte Papademos der "New York Times" am Mittwoch.

"Das ist etwas, dass angesichts der Erwartungen über die angepeilte Höhe der Beteiligung erwogen werden muss."

Papademos zeigte sich aber mit Blick auf die Gespräche zuversichtlich. "Bedenkt man die Komplexität der Übung, würde ich sagen, wir sind sehr nah an einer Einigung."

Die Gespräche sollten am Mittwoch in Athen fortgesetzt werden, nachdem sie in der vergangenen Woche ohne eine Einigung über den freiwilligen Schuldenschnitt abgebrochen worden waren.

Angepeilt wird ein Verzicht der privaten Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Hedge-Fonds von rund 100 Milliarden Euro.

Das Engagement des Privatsektors ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland, mit dem eine Staatspleite abgewendet werden soll.

Geplant ist ein Verzicht in Höhe von 50 Prozent. Doch vor allem Hedge-Fonds sollen sich Berichten zufolge weigern, bei dem Schuldenschnitt mitzumachen.

Bis Mitte März muss Griechenland 14,4 Milliarden Euro für die Tilgung seiner Schulden abbezahlen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Beschlüsse des EU-Gipfels vom 9. Dezember 2011

(dpa)