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Nato Erweiterung: Die Nato zeigt ihr wahres Gesicht - Kommentar

Erneute Bündnis-Erweiterung : Die Nato zeigt ihr wahres Gesicht

Das Drängen der neutralen Schweden und Finnen in die Nato bekommt eine ungeahnte Dynamik. Mit jeder neuen Drohung verstärkt Putin den Wunsch der Skandinavier, Schutz im Bündnis zu finden. Ein bemerkenswertes Anschauungsobjekt für die Frage, welche Seite aggressiv-kriegerisch aufgestellt ist.

Es waren nicht nur linke und rechte Putin-Versteher, die bis zum 24. Februar ein gängiges Narrativ pflegten. Bis in die Mitte der Gesellschaft hinein herrschte die Vorstellung von einer kriegslüsternen Nato, vor der sich Russland zu Recht fürchte. Die Nato wolle den Krieg und sei der wahre Verursacher des russischen Truppenaufmarsches. Niemals würde Putin zuschlagen. Dann begann Russlands Präsident den Angriffskrieg, der brutaler und verbrecherischer gegen die ukrainische Zivilbevölkerung gerichtet war, als man es sich im zivilisierten Europa des 21. Jahrhunderts hatte vorstellen können. Und die Nato? Tat alles, um nicht hineingezogen zu werden.

Wer eben noch die Kriegsmaschine der Nato kritisiert hatte, musste nun erleben, dass die Jets und Truppen eben keine Flugverbotszone zum Schutz der Ukraine etablierten. Brüssel betonte stets, dass nicht die Nato der Ukraine Waffen liefere, sondern einzelne Mitgliedsstaaten. Das Bündnis reagiere, wenn es angegriffen werde. Ansonsten sei jedes Risiko einer direkten Konfrontation mit Russland zu vermeiden.

Bündnis seit 1949: Was ist die Nato?

Finnland und Schweden machen wieder sichtbar, was seit den letzten Erweiterungsrunden verdrängt oder vergessen wurde: Da ist kein vorrückendes Offensivbündnis, das Druck oder gar Gewalt auf Russlands Umgebung ausübt, um eine Anti-Russland-Koalition immer näher an Moskau heranzubringen. Da ist jedes Mal die freie Entscheidung einer unabhängigen Nation, die um Freiheit und Unabhängigkeit fürchtet, wenn sie Russlands Aggressivität ungeschützt ausgeliefert bleibt. Wie weit es um die angebliche „Umzingelung“ Russlands bestellt ist, hat die Ukraine leidvoll erfahren müssen, als es von russischen Truppen von Norden, Osten und Süden gleichzeitig angegriffen wurde. Genau das will auch Finnland nicht erleben.