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Nach dem Brexit: Differenzen in Handelsgesprächen zwischen EU und Briten

Streit über zukünftige Zusammenarbeit : „Ernsthafte“ Differenzen in Handelsgesprächen zwischen EU und Briten

Seit etwas mehr als einem Monat ist Großbritannien nicht mehr in der EU. Nun ist die erste Verhandlungsrunde über einen Handelsvertrag beendet worden. Die EU macht dabei „ernsthafte Meinungsverschiedenheiten“ zwischen den Gesprächspartnern aus.

Die Europäische Union macht nach der ersten Gesprächsrunde mit Großbritannien über einen Handelsvertrag „ernsthafte Meinungsverschiedenheiten“ aus. „Ein Abkommen ist möglich, auch wenn das schwierig ist“, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Donnerstag in Brüssel. Die 27 nach dem Brexit verbleibenden EU-Staaten streiten mit Großbritannien über die Bedingungen für einen fairen Wettbewerb und über Fischereirechte. Barnier zufolge will Großbritannien unter anderem eine ganze Serie einzelner Verträge abschließen, während die EU nur ein umfassendes Abkommen anstrebt.

Die erste Verhandlungsrunde wurde rund einen Monat nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU Ende Januar beendet. Ziel ist es, bis zum Jahresende ein Handelsabkommen abzuschließen. Großbritannien strebt einen möglichst ungehinderten Zugang zum EU-Binnenmarkt an. Dazu ist die EU allerdings nur bereit, wenn sich das Vereinigte Königreich weiterhin EU-Standards unterwirft.

Die EU-Spitze verdächtigt Großbritannien, einen Keil zwischen die 27 EU-Staaten treiben zu wollen, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken. In einem Dokument, das Reuters einsehen konnte, wird davor gewarnt, dass die Haltung der EU unterlaufen werden könnte, falls Mitgliedsstaaten mit Großbritannien getrennte Gespräche führen sollten. „Wir haben Informationen darüber, dass Kollegen aus Großbritannien auf verschiedenen Ebene das Gespräch in Fragen suchen, die in Beziehung zu den Handelsgesprächen stehen“, sagte ein kroatischer Diplomat. Ein Sprecher der Regierung in London erklärte dazu, dem Vereinigten Königreich sei bewusst, dass es mit der EU-Kommission die künftigen Beziehungen aushandele.

(c-st/Reuters)