EU-Sondergipfel in Brüssel: Merkel und Hollande sagen Griechen Hilfe zu

EU-Sondergipfel in Brüssel : Merkel und Hollande sagen Griechen Hilfe zu

Solidaritätsadressen nach Athen: Beim EU-Wachstumsgipfel in Brüssel haben Deutschland und Frankreich den Griechen weitere Unterstützung zugesagt - im Gegenzug für die Einhaltung bestehender Absprachen.

Wie am Mittwoch aus Regierungskreisen verlautete, bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Bundesrepublik zur Stabilisierung des Landes in der Eurozone beitragen wolle. Dazu müsse Griechenland allerdings die Vereinbarungen respektieren, die mit der Troika getroffen worden seien. Der französische Präsident François Hollande bekräftigte seinen Wunsch, dass die Hellenen im Euroraum bleiben sollen.

Zwar hoffe er, dass das griechische Volk bei den Neuwahlen im Juni eine europäische Entscheidung treffen werde. Dafür müssten dem Land aber auch positive Signale geschickt werden, mahnte der neue Chef im Elysee-Palast. Sein Premierminister Jean-Marc Ayrault stimmte mit ein: "Wir müssen die Griechen in der Eurozone halten.
Dafür sind Anstrengungen auf beiden Seiten nötig." Ein Fingerzeig, dass von den Hellenen weiterhin Ausgabendisziplin erwartet wird.

Ähnliche Töne hatte Merkel in ihrem Vier-Augen-Gespräch mit dem griechischen Interims-Ministerpräsidenten Panagiotis Pikrammenos angeschlagen. Und auch die EU-Kommission mühte sich um ein geschlossenes Auftreten. "Griechenland soll ein Mitglied der Eurozone bleiben, und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit das passiert", versprach Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso nach einem Treffen mit Pikrammenos. Allerdings sei das längst vereinbarte zweite Rettungspaket trotz schmerzhafter Einschnitte ohne Alternative.

Griechische Banken erhalten Milliardenspritze

Derweil können die vier größten griechischen Geschäftsbanken mit einer milliardenschweren Kapitalspritze aus dem hellenischen Bankenrettungsfonds rechnen. Für die Auszahlung von 18 Milliarden Euro sei grünes Licht gegeben worden, teilte der Hellenic Financial Stability Fund (HFSF) am Mittwoch in Athen mit.

Mit dem Geld können die National Bank of Greece, Alpha Bank, Eurobank und Piräus Bank ihre Kapitaldecke stärken. 50 Milliarden Euro wurden insgesamt beiseite gestellt, um eine rasche Rekapitalisierung der angeschlagenen griechischen Banken zu ermöglichen. Der HFSF nimmt die Verteilung vor.

Der Rekapitalisierungsplan ist ein Schlüsselelement des zweiten, 130 Milliarden Euro schweren Rettungspakets, das Griechenland mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds im März vergangenen Jahres ausgehandelt hat, um solvent zu bleiben. Griechische Banken haben wegen immenser Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen dieses Jahr enorme Verluste eingefahren. Zudem haben Kunden aus Angst vor einem Euro-Austritt Griechenland ihre Bankkonten geplündert.

Der Leitindex in Athen setzte am Mittwoch seine Talfahrt fort und schloss auf einem 22-Jahrestief bei 526,39 Punkten, einem Minus von 1,79 Prozent.

Hier geht es zur Bilderstrecke: EU-Sondergipfel in Brüssel

(APD)