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Möglicher Euro-Austritt Athens: Laschet sieht "massive Probleme"

Möglicher Euro-Austritt Athens : Laschet sieht "massive Probleme"

Der Vorsitzende der NRW-CDU, Armin Laschet, warnt vor einer Verharmlosung des Austritts Griechenlands aus der Eurozone und mahnt zu einer diplomatischeren Sprache im Umgang mit Athen. Die CSU rechnet derweil weiterhin mit einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone.

"Ein Austritt Griechenlands würde massive Probleme für Europa bringen", sagte Laschet unserer Redaktion. "Wir dürfen den Austritt Athens nicht herbeireden." Laschet unterstützte ausdrücklich Kanzlerin Merkel bei den Bestrebungen, Griechenland als Teil der Eurozone zu erhalten. "Wir müssen den Bericht der Troika abwarten."

"Nach meiner Überzeugung führt an einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone kein Weg vorbei", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt im Medien-Interview. Er gehe davon aus, dass das Land die Währungsunion bereits 2013 verlassen werde.

Zugleich machte Dobrindt klar, dass Griechenland auch künftig auf die europäische Solidarität bauen könne. Nach einem "geordneten Austritt Griechenlands aus der Eurozone" müsse es "einen Marshallplan für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes" geben, sagte er der "Bild am Sonntag".

"Und wenn Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit entsprechend gesteigert hat, sollte es eine Option für die Rückkehr in den Euro geben", sagte Dobrindt. "Das wird ein langer Weg für Griechenland, aber es kann nicht weiter nach dem Motto gehen: einmal Eurozone, immer Eurozone."

Ähnlich äußerte sich der CSU-Europaexperte im Bundestag, Thomas Silberhorn. "Ein Land, das nicht in der Lage ist, dauerhaft wettbewerbsfähig zu sein innerhalb der Eurozone, stellt sich besser außerhalb", sagte Silberhorn dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht vom Samstag.

Deshalb halte er es für ausgeschlossen, dass Griechenland im Euro bleibe. Man müsse eine Lösung finden, "die gesichtswahrend auch für die Griechen ist". Das "Mantra", Griechenland solle in der Eurozone bleiben, erzeuge kein Vertrauen in die Finanzmärkte, sagte Silberhorn.

Westerwelle: Bericht der Troika abwarten

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Äußerungen aus der CSU zu Griechenland mit scharfen Worten verurteilt. Es sei falsch, vor dem Bericht der Troika ohne ausreichende Faktenlage über Griechenland zu urteilen, sagte Westerwelle am Samstag in Oslo. "Das Mobbing gegen einzelne Euroländer aus parteipolitischem Kalkül muss aufhören", betonte der FDP-Politiker.

Merkel hatte am Freitag beim Besuch von Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras ebenfalls gesagt, sie wolle keine Entscheidungen treffen, bevor der für Mitte September erwartete Bericht vorliegt, den die Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds über Griechenland erstellen will.

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(AFP)