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Krim-Krise: Merkel und Obama stimmen sich "eng miteinander ab"

LIVE-Ticker zur Krim-Krise : Merkel und Obama beraten über Lage in der Ukraine

Russlands Präsident Wladimir Putin deutet in einer TV-Ansprache an, dass Russland nicht zwingend eine Intervention in der Ukraine plane. Die OSZE wird eine militärische Beobachtermission in die Ukraine entsenden.

Russland testet am Kaspischen Meer eine Interkontinental-Rakete.

+++ OSZE startet Beobachtermission
+++ Putin bezeichnet Machtwechsel in Kiew als Putsch
+++ Steinmeier hofft auf Kontaktgruppe

+++ Russisches Aufklärungsflugzeug löst Alarm aus
+++ Russland testet Interkontinental-Rakete
+++ Der Dienstag im Live-Ticker!

+++ 23.37 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama haben am Dienstagabend erneut über die Entwicklung in der Krim-Krise beraten. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mitteilte, vereinbarten beide Politiker in ihrem Telefonat, ihre Politik in diesem Punkt "weiterhin eng miteinander abzustimmen". In der Einschätzung der Lage und der Konsequenzen, die daraus zu ziehen seien, habe in dem Gespräch "ein hohes Maß an Einvernehmen" bestanden.

+++ 23.30 Uhr: Der französische Präsident François Hollande sagte am Dienstagabend in Paris, Russland sei das "Risiko einer gefährlichen Eskalation" eingegangen. Die Rolle Frankreichs bestehe — gemeinsam mit Europa — darin, "den nötigen Druck auszuüben, auch mit dem Mittel der Sanktionen, um einen Dialog zu führen und eine politische Lösung zu finden". Am Donnerstag beraten die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel in Brüssel über die Krise.

+++ 23.08 Uhr: Der US-Aktienmarkt hat am Dienstag wegen abebbender Sorgen um die Entwicklung in der Ukraine deutliche Gewinne eingefahren. Die Aussage von Russlands Präsident Wladimir Putin, derzeit gebe es keinen Grund für einen Militäreinsatz in der Ukraine, konnte die Nerven der Anleger etwas beruhigen. Wahrscheinlich habe Putin mit seinen beschwichtigenden Aussagen auch den ökonomischen Druck zu Hause im Blick gehabt, kommentierte Marktanalyst Michael Hewson vom Londoner Broker CMC Markets.

+++ 21.54 Uhr: Ukrainische Soldaten und eine Gruppe schwer bewaffneter Männer ohne Hoheitsabzeichen sind auf der Halbinsel kurz aneinandergeraten. Die russischsprechenden Uniformierten hätten die Kaserne Belbek blockiert und Salven in die Luft abgegeben, als sich die Ukrainer mit Staatsflagge genähert hätten, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Dienstag mit. Nach Verhandlungen konnten die Ukrainer einrücken.

Ukrainian soldiers march toward Russians earlier today, sing national anthem. Shows how dangerous this standoff is. https://t.co/HYuldh0e4G

+++ 21.22 Uhr: Nähere Informationen zum Raketentest: Die in der Region Astrachan abgefeuerte Topol-Rakete habe ihr Ziel in Sary-Schagan in Kasachstan zerstört, so die russische Seite. Die Tests erfolgen inmitten internationaler Spannungen im Zusammenhang mit der Krim-Krise. Nach Angaben eines US-Vertreters war Washington jedoch vorab über den Test informiert.

+++ 20.58 Uhr: Nun hat auch die Türkei einen Appell gestartet: Der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt aufgefordert. In einem 25 Minuten dauernden Telefonat habe Erdogan zudem vor einer Destabilisierung der ganzen Region gewarnt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag.

+++ 20.35 Uhr: Die Kollegen der NDR-Satiresendung extra3 sorgen bei Twitter derzeit mit dieser Fotomontage für einiges Aufsehen.

Wunschkonzert: http://t.co/0GbcuDih1d #putin #Ukraine #Krim pic.twitter.com/QI8Ed0BOIe

+++ 20.34 Uhr: Die Ukraine hat wegen der anhaltenden Krise die Sicherheitsvorkehrungen an ihren Atomanlagen verstärkt. Grund sei die "ernste Bedrohung der Sicherheit" durch das russische Militär, teilte die ukrainische Führung am Dienstag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit. Der Brief datiert vom 4. März und lag der Nachrichtenagentur Reuters vor. In dem Land sind 15 Atomreaktoren an vier AKW in Betrieb.

+++ 20.19 Uhr: Spanien ermahnt Russland: Ministerpräsident Mariano Rajoy hat Moskau mit Blick auf die Krim-Krise dazu aufgerufen, die territoriale Integrität der Ukraine zu achten. Bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow habe sich Rajoy am Dienstagabend in Madrid außerdem für eine politische Lösung des Konflikts "durch Dialog" ausgesprochen, berichtete die staatliche spanische Nachrichtenagentur efe.

+++ 20.01 Uhr: Militärische Muskelspiele aus Moskau: Russland testet eine ballistische Interkontinentalrakete. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ria unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die Rakete vom Typ RS-12M Topol wurde in der Region Astrachan im Süden in der Nähe des Kaspischen Meeres abgefeuert. Die USA waren über den Test informiert.

+++ 19.42 Uhr: Es ist amtlich: Die Ukraine und Russland sprechen wieder miteinander. Die ukrainische Führung nach Worten von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk offiziell Kontakt zur russischen Regierung aufgenommen. "Erste Schritte hin zu Konsultationen der Minister sind getan", sagte Jazenjuk am Dienstag in Kiew. Ein Thema seien die Schulden der Ukraine von rund zwei Milliarden US-Dollar für russische Gaslieferungen. "Hier erwarten wir die Entscheidung Russlands über einen Kredit", sagte er. Der mittlerweile entmachtete Präsident Viktor Janukowitsch habe die Schulden auflaufen lassen.

+++ 19.12 Uhr: Das Auswärtige Amt informiert weiter bei Twitter über die Bemühungen von Außenminister Steinmeier.

AM #Steinmeier in #Washington: VIDEO über die Gespräche mit #Kerry + #Lagarde zu #TransAtl Beziehungen + #Ukraine http://t.co/kAWjSeeivf

+++ 18.59 Uhr: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) wird eine militärische Beobachtermission in die Ukraine entsenden. Das beschlossen 20 Länder der Organisation am Dienstag in Wien. Die unbewaffneten Beobachter könnten schon am Mittwoch abreisen. Die Mission soll militärische Aktivitäten Russlands beobachten.

+++ 18.34 Uhr: Die Bundesregierung hat in den Jahren 2009 bis 2013 die ukrainische Regierung unter dem inzwischen entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch in Sicherheitsfragen beraten. Das geht aus einer am Dienstag bekanntgewordenen Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele hervor. Danach hat das Bundeskriminalamt dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU polizeiliche Aufbauhilfe geleistet. Für die Sondereinheit Berkut seien ferner Schutzhelme und leichte Körperschutzausstattung geliefert worden.

+++ 18.04 Uhr: Barack Obama hält Putin die Tür auf: Der US-Präsident erklärte, Russland habe weiterhin die Chance, sich an den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Schaffung stabiler Verhältnisse in der Ukraine zu beteiligen.

+++ 17.47 Uhr: Litauen hat mehrere Mitglieder der vormaligen ukrainischen Führung auf eine schwarze Liste gesetzt. Darunter auch den entmachteten ukrainischen Präsident Viktor Janukowitsch. 18 Personen, denen Menschenrechtsverletzungen und Gewalt gegen friedliche Protestierende bei den Massenprotesten im Februar in Kiew vorgeworfen werden, wird damit vorerst keine Einreise in das baltische EU-Land mehr gestattet.

+++ 17.38 Uhr: Die USA sprechen Klartext: US-Außenminister John Kerry hat Russland zur Deeskalation in der Krim-Krise aufgerufen. Der Kreml müsse seine Truppen wieder zurück in die Kasernen rufen, sagte Kerry am Dienstag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Sonst bleibe den USA und ihren Partnern keine andere Wahl, als Russland "politisch, diplomatisch und wirtschaftlich zu isolieren".

+++ 17.16 Uhr: Die russischen Militäraktionen in der Ukraine haben nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen "ernste Auswirkungen für die Sicherheit und Stabilität des euro-atlantischen Gebietes". Nach Beratungen des Nato-Rates sagte Rasmussen am Dienstag in Brüssel: "Die Verbündeten stehen in dieser schweren Krise im Geiste starker Solidarität zusammen."

+++ 17.01 Uhr: Der britischen Regierung ist im Umgang mit der Krise in der Ukraine ein peinlicher Patzer passiert. Einem Fotografen war es gelungen, ein vertrauliches Papier abzulichten, als es in die Downing Street transportiert wurde. Aus dem Papier wurde deutlich, dass Großbritannien trotz der politischen Krise seine wirtschaftlichen Interessen in der Krisenregion wahren will.

+++ 16.48 Uhr: Ein russisches Aufklärungsflugzeug hat die türkische Luftwaffe alarmiert. Weil die Militärmaschine vom Typ Iljuschin 20 über dem Schwarzen Meer entlang der türkischen Grenze flog, seien acht F-16-Kampfflugzeuge zur Sicherung des Luftraums gestartet, teilte der türkische Generalstab am Dienstag mit. Die russische Maschine habe die türkischen Grenzen aber nicht verletzt.

+++ 16.36 Uhr: Die beiden Staaten sprechen wieder miteinander: Minister der Ukraine und Russlands beginnen nach Worten von Ukraines Regierungschef Arseni Jazenjuk mit Beratungen.

+++ 16.19 Uhr: Bekommt Putin Rückendeckung aus China? Russlands Präsident berät nach Angaben seines Amtes mit Chinas Staatschef Xi Jinping über die Lage in der Ukraine. Die Positionen beider lägen eng beieinander.

+++ 16.01 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat in der Ukraine-Krise an alle Seiten appelliert, Ruhe zu bewahren. "Die Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt in der Ukraine", warnte er am Dienstag in Berlin. "Wir dürfen nicht unterschätzen: Das ist eine hoch nervöse Stimmung. Da stehen sich vor allem in der Ost-Ukraine Sicherheitskräfte bewaffnet gegenüber. Schon Missverständnisse und Fehler von einzelnen können darüber entscheiden, ob das Land in die Gewalt der letzten Wochen zurückfällt. Das müssen wir verhindern."

+++ 15.48 Uhr: Konfrontation auf dem Wasser: Die russische Marine blockiert der ukrainischen Küstenwache zufolge die Straße von Kertsch zwischen der Krim und Russland.

+++ 15.38 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht die Chancen auf die Gründung einer internationalen Kontaktgruppe zur Lösung der Krim-Krise gestiegen. "Wir sind noch nicht da. Aber ich glaube, dass es sich lohnt, ins Gespräch zu kommen", sagte Steinmeier am Dienstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Nach dpa-Informationen wollen sich dazu noch an diesem Dienstagabend Spitzendiplomaten aus mehreren Ländern in Paris treffen.

+++ 15.26 Uhr: Die Erdgasversorgung der EU ist nach Ansicht von Energiekommissar Günther Oettinger wegen der Ukraine-Krise nicht in Gefahr. Anders sehe dies für die Ukraine aus.

+++ 15.08 Uhr: Es wird wieder gesprochen: Russland hat die Einladung von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zu einem Sondertreffen des Nato-Russland-Rats am Mittwoch akzeptiert.

+++ 14.56 Uhr: Die Osteuropa-Expertin Margarete Klein sieht im Kontaktabbruch des US-Militärs zu Russland kein starkes Signal. "Das wird für Russland nicht schlimm sein, sondern hat eher symbolische Bedeutung", sagte die Politologin der Stiftung Wissenschaft und Politik der Nachrichtenagentur dpa. Der Schritt werde die Strategie der russischen Führung nicht beeinflussen.

+++ 14.49 Uhr: Die Anleger an den Finanzmärkten haben mit Erleichterung auf Aussagen Putins reagiert: Der Dax weitete seine Gewinne aus und notierte am frühen Dienstagnachmittag mit 9577 Punkten 2,3 Prozent im Plus. Am Montag hatte er 3,4 Prozent verloren. Der EuroStoxx legte 2,5 Prozent zu. Auch an der Wall Street bahnte sich eine Erholung an.

+++ 14.38 Uhr: Nicht nur Opel befürchtet wirtschaftliche Einbrüche durch die Krise: Viele deutschen Unternehmen befürchten bei einer Eskalation der Lage auf der Krim erhebliche Einbußen für ihre Geschäfte. Der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Rainer Lindner, warnte davor, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen: In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte er: "Wir sprechen von etwa 200.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, die am Russland-Geschäft hängen."

+++ 14.29 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich aus Nordafrika zu Wort gemeldet: Er hat die Bildung einer Regierung in der Ukraine gefordert, die für alle Regionen stehe. Während eines seit längerem geplanten Besuchs in Tunesien warf Lawrow dem Westen am Dienstag in Tunis vor, eine Vereinbarung zur Bildung einer solchen Regierung und zu raschen Wahlen zu missachten. Sanktionen des Westens gegen sein Land brächten nichts, sagte Lawrow, Russland werde seine Position nicht verändern.

+++ 14.26 Uhr: Für Opel bedeutet die Krise im Osten Unsicherheit in der wirtschaftlichen Entwicklung: So blickt Chef Karl-Thomas Neumann mit Sorge auf die Krise in der Ukraine. Noch lasse sich aber nicht absehen, welche Folgen die Entwicklung für die Märkte haben werde. Für Opel sei Russland bereits heute der drittgrößte Markt. Und er bleibe bei der Einschätzung, dass Russland bis zum Jahr 2020 der wichtigste Automarkt in Europa sein werde.

+++ 14.19 Uhr: Julia Timoschenko hat sich zu Wort gemeldet: Die ukrainische Ex-Regierungschefin sieht das russische Vorgehen auf der Krim als eine Gefahr "für Europa, für die ganze Welt". Im einem Interview mit dem "Stern" sagte sie: "Wenn wir Russland erlauben, die Krim einzunehmen, dann ist nicht nur die Ukraine bedroht, es ist ein Angriff auf die ganze demokratische Welt." Timoschenko fordert von der internationalen Gemeinschaft "schnelle, starke und entschlossene Schritte".