Krim-Krise: Julia Timoschenko fordert mehr Hilfe vom Westen

Ticker-Protokoll : Julia Timoschenko fordert mehr Hilfe vom Westen

Die EU einigt sich auf politische Maßnahmen gegen Russland, um Moskau in der Ukraine-Krise zum Einlenken zu bewegen. Das Parlament auf der Halbinsel Krim stimmt indes für den Anschluss an Russland. Die USA verlegen sechs weitere Kampfjets nach Litauen. Was am Donnerstag in der Krim-Krise sonst noch geschah, können Sie in unserem Ticker-Protokoll nachlesen. In unserem Live-Ticker vom Freitag halten wir Sie weiter auf dem Laufenden.

Die EU einigt sich auf politische Maßnahmen gegen Russland, um Moskau in der Ukraine-Krise zum Einlenken zu bewegen. Das Parlament auf der Halbinsel Krim stimmt indes für den Anschluss an Russland. Die USA verlegen sechs weitere Kampfjets nach Litauen. Was am Donnerstag in der Krim-Krise sonst noch geschah, können Sie in unserem Ticker-Protokoll nachlesen. In unserem Live-Ticker vom Freitag halten wir Sie weiter auf dem Laufenden.

+++ Kiew will Assoziierungsabkommen mit EU
+++ USA verlegen Kampfjets nach Litauen

+++ USA und EU verhängen Sanktionen gegen Russland
+++ EU sperrt Konten von Janukowitsch

+++ 23.10 Uhr: Die USA haben den sofortigen freien Zugang für internationale Beobachter auf die Schwarzmeer-Halbinsel Krim gefordert. "Das ist eine entscheidende Aufgabe und eine, die auch Russland begrüßen sollte", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, nach einer Sondersitzung des Sicherheitsrats.

+++ 22.23 Uhr: Die konservative Parteienfamilie EVP, zu der CDU und CSU gehören, diskutiert in Dublin auch über einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. In dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf einer Erklärung, die am Freitag beschlossen werden soll, wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass nach Artikel 49 des EU-Vertrages alle europäischen Staaten den Antrag stellen könnten, der Gemeinschaft beizutreten. Dies ginge über die bisherige Linie der EU-Außenminister hinaus, ist aber auch auf dem EVP-Treffen umstritten.

+++ 22.17 Uhr: Timoschenko betont bei dem EVP-Kongress in Dublin, die Menschen in der Ukraine würden eine Einmischung Russlands nicht hinnehmen. "Ich will, dass jeder weiß, dass die Ukrainer bereit zum Widerstand sind." Und das betreffe nicht nur die Armee, warnte Timoschenko. "Die Menschen in der Ukraine wollen ihr Land und ihre Unabhängigkeit verteidigen."

+++ 22.08 Uhr: Kanada will das Referendum auf der Krim über einen Anschluss an Russland nicht anerkennen. Die für den 16. März geplante Abstimmung sei nicht legitim, außerdem herrsche auf der Krim derzeit eine illegale militärische Besatzung, sagte Premierminister Stephen Harper am Donnerstag.

+++ 22.05 Uhr: Das US-Repräsentantenhaus hat Finanzhilfen für die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine gebilligt. Mit 385 zu 23 Stimmen sprach sich die Kongresskammer am Donnerstag für die Vergabe von Kreditgarantien an die Regierung in Kiew aus. Das Gesetz geht nun an den Senat, der ebenfalls zustimmen muss.

+++ 21.30 Uhr: Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat Russland eine breit angelegte imperialistische Politik vorgeworfen. "Es geht hier nicht nur um die Krim oder die Ukraine", sagte Timoschenko am Donnerstagabend am Rande eines Kongresses der Europäischen Volkspartei (EVP) im irischen Dublin. "Es geht hier um einen sehr viel breiteren und tieferen Ansatz." Timoschenko forderte mehr Einsatz der europäischen Staaten, vor allem aber von Großbritannien und den USA, für die Ukraine.

+++ 20.08 Uhr: Vitali Klitschko hat auf der Konferenz der Europäischen Volkspartei (EVP) in Dublin um weitere Unterstützung für die Ukraine geworben. "Wir sind Europäer", sagte Klitschko über sein Heimatland. Dies gelte nicht nur geografisch, sondern auch hinsichtlich der Mentalität des ukrainischen Volkes. Der ehemalige Boxweltmeister war während der Proteste in Kiew zur Galionsfigur der Oppositionsbewegung geworden.

+++ 19.45 Uhr: Zwei Mitglieder der russischen Punkrockbank Pussy Riot sind bei einem Besuch in der Stadt Nischni Nowgorod von einer Gruppe Männer angegriffen worden. Fünf Männer übergossen Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina am Donnerstag in einem McDonald's-Restaurant mit einem grünen Antiseptikum.

+++ 19.20 Uhr: Das US-Außenministerium kritisiert das Referendum über eine Abspaltung der Krim von der Ukraine als unrechtmäßig. Der Schritt sei nicht im Einklang mit der ukrainischen Verfassung. Ähnlich äußerte sich Kanzlerin Angela Merkel nach dem EU-Gipfel in Brüssel.

+++ 18.17 Uhr: Die EU hat sich nach den Worten von Kanzlerin Merkel auf politische Maßnahmen gegen Russland geeinigt, um Moskau in der Ukraine-Krise zum Einlenken zu bewegen. In einer ersten Stufe seien Gespräche über Visa-Erleichterungen suspendiert worden. Wenn sich Russland nicht in den kommenden Tagen auf eine Kontaktgruppe einlasse, könnten überdies Verantwortliche in Moskau mit Einreiseverboten und Kontensperrungen belegt werden, sagte Merkel am Donnerstagabend in Brüssel. Mehr lesen Sie hier.

+++ 17.12 Uhr: Angesichts der Ukraine-Krise haben die USA sechs weitere Kampfjets sowie zwei Tankflugzeuge zur Luftüberwachung des Baltikums entsandt. Die Maschinen vom Typ F-15C Eagle seien am Donnerstag in Litauen eingetroffen, erklärte das Verteidigungsministerium in Vilnius. Zusammen mit vier weiteren Kampfflugzeugen sollen sie die Nato-Überwachung des Luftraums über Litauen, Lettland und Estland intensivieren.

+++ 16.21 Uhr: Knapp ein Drittel der Deutschen rechnet einer Umfrage zufolge damit, dass es in der Krim-Krise zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland kommen wird. Dies ergab der am Donnerstag veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend. Zugleich sinkt das Vertrauen zu Russland: Nur noch 15 Prozent der Befragten halten die Großmacht für einen vertrauenswürdigen Partner, drei Prozentpunkte weniger als noch vor einem Monat. Es ist der tiefste Wert, der je in einem ARD-Deutschlandtrend gemessen wurde.

+++ 15.35 Uhr: Die neue ukrainische Regierung will so bald wie möglich das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnen. Das sagte Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk bei einem EU-Sondergipfel in Brüssel

+++ 14.57 Uhr: Russland und die USA haben nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow noch keine Einigung über eine Lösung für die Ukraine-Krise erzielt. Das sagte Lawrow laut Interfax nach seinem zweiten bilateralen Treffen mit US-Außenminister John Kerry in Rom.

+++ 14.08 Uhr: Der US-Lenkwaffen-Zerstörer "Truxtun" ist nach Angaben des US-Verteidigungsministerium ins Schwarze Meer unterwegs, wo er an seit längerem geplanten Manövern mit Bulgarien und Rumänien teilnehmen soll. Das Schiff gehört zu einem Flguzeugträger-Verband.

+++ 13.50 Uhr: Im Zuge der Krim-Krise haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt. Es seien Einreiseverbote und weitere Strafmaßnahmen gegen diejenigen verhängt worden, die für die Gefährdung der ukrainischen Sicherheit verantwortlich seien, teilte das Weiße Haus mit.

+++ 13.44 Uhr: Den von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf die Krim entsandten Beobachtern ist von Bewaffneten der Zugang zu der ukrainischen Halbinsel verwehrt worden. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus westlichen Diplomatenkreisen. Insgesamt beteiligen sich 35 Militärbeobachter aus 18 Ländern an der Mission, darunter auch zwei Offiziere der Bundeswehr.

+++ 13.38 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist in Moskau mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammengetroffen. Einzelheiten des Gesprächs könnten wegen des vertraulichen Charakters der Unterredung nicht genannt werden, teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit.

+++ 13.30 Uhr: Die US-Regierung hat Äußerungen von Russlands Präsident Wladimir Putin zur Eskalation der Lage in der Ukraine als reine "Erfindung" bezeichnet. So eine "spektakuläre russische Dichtung" habe die Welt seit Dostojewski nicht mehr gesehen.

+++ 13.01 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich umgehend mit der Bitte des Krim-Parlaments befasst, eine Aufnahme der ukrainischen Halbinsel in die Russische Föderation zu prüfen. Putin habe die Frage bei einem Treffen mit seinem Sicherheitsrat beraten, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Die Krim hat schon seit 1992 den Status einer autonomen Republik innerhalb der Ukraine. Bis 1954 hatte die Krim innerhalb der Sowjetunion zu Russland gehört.

+++ 12.52 Uhr: Die Ukraine-Krise droht sich auf die zuletzt deutlich gestiegenen weltweiten Lebensmittelpreise auszuwirken. Sollte sich die Lage nicht entspannen, könne es in absehbarer Zukunft zu weiteren Schwankungen kommen, warnte der Chefvolkswirt der Welternährungsorganisation FAO, Abdolreza Abbassian.

+++ 12.45 Uhr: Was ist eigentlich in der Ukraine los? Einen Überblick für Kinder gibt es auf der Seite tivi.de. Dort finden sie auch eine Karte des Landes. Einen Steckbrief der Ukraine mit Infos zur Größe, Geschichte und Wirtschaft bietet die Seite hanisauland.de. Die Seite frieden-fragen.de erklärt mit Lexikoneinträgen die wichtigen Stichwörter zu den Themen Krieg, Frieden und Politik:Von A wie Abrüstung bis Z wie Zwangsarbeit. Alle Seiten wurden von Klick-Tipps.net ausgewählt. Dieser Dienst wird unter anderem von Jugendschutz.net getragen.

+++ 12.17 Uhr: Ein ukrainischer Minister bezeichnet das geplante Referendum über einen Anschluss der Halbinsel Krim an Russland als illegal.

+++ 11.59 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Amtskollegen aus den USA, Frankreich, Großbritannien und Italien beraten in Rom über die Krise in der Ukraine. Ziel der Gespräche zur Ukraine sei es, die Positionen der Länder zum EU-Sondergipfel in Brüssel abzustimmen, heißt es.

+++ 11.50 Uhr: Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel mit Beratungen über die Situation in der Ukraine begonnen. Bei dem Krisengipfel wollen sie grünes Licht für Finanzhilfen der EU an Kiew in Höhe von rund elf Milliarden Euro geben.

+++ 11.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland in der Ukraine-Krise mit Sanktionen gedroht. "Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, insbesondere nicht, wenn noch keine diplomatischen Gespräche stattfinden. Das heißt, wir müssen uns auch mit Sanktionen beschäftigen", sagte Merkel am Donnerstag vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Die EU will dort neben möglichen Maßnahmen gegen Russland auch über Finanzhilfen für die Ukraine beraten.

+++ 11.11 Uhr: Das Parlament der urkainischen Halbinsel Krim hat nach russischen Angaben einstimmig für einen Anschluss an Russland gestimmt. Das meldete am Donnerstag die Nachrichtenagentur Ria.

+++ 10.47 Uhr: Die Volksabstimmung über den Status der Krim soll nach Angaben des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Halbinsel am 16. März stattfinden. Dies meldet die Nachrichtenagentur RIA.

+++ 10.39 Uhr: Die Bürger der Krim sollen Mitte März in einem Referendum darüber abstimmen, ob die Region Teil der Ukraine bleiben oder an Russland angegliedert werden soll. Dies erklärt der stellvertretende Ministerpräsident der Krim, Rustam Temirgaliew, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur RIA.

+++10.38 Uhr: Das von Unbekannten veröffentlichtes Telefonat der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton mit dem estnischen Außenminister Urmas Paet bringt die neue Führung der Ukraine in Bedrängnis.

+++ 10.15 Uhr: Noch vor dem EU-Sondergipfel an diesem Donnerstag wird es nach Angaben eines US-Regierungsvertreters ein Treffen von US-Außenminister John Kerry mit seinen Kollegen aus Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich zum Thema Ukraine geben.

+++ 10.05 Uhr: Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk appelliert in Brüssel an Russland, auf die internationalen Vermittlungsbemühungen zur Lösung der Krise in seinem Land einzugehen.

+++ 9.58 Uhr: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen (CDU), hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für sein Handeln in der Krim-Krise gelobt. "Der Außenminister macht einen großen Einsatz", sagte Röttgen im Deutschlandradio Kultur. "Die Große Koalition funktioniert außenpolitisch absolut, uneingeschränkt und sehr gut." Nun gelte es, innerhalb der EU eine klare einheitliche Position zu finden, "die die Gleiche sein muss wie die der USA".

+++ 9.47 Uhr: Russland lässt in der Ukraine-Krise die Tür für eine diplomatische Lösung zumindest etwas offen. Die Regierung in Moskau erwäge ein Treffen von russischen und ukrainischen Diplomaten, meldet die Nachrichtenagentur RIA. Dieses könne "vielleicht" noch vor einem für den 4. April angesetzten Treffen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) stattfinden, zitierte die Agentur den stellvertretenden Außenminister Wasili Nebensja.

+++ 9.13 Uhr: Der Dax ist am Donnerstag mit leichten Kursgewinnen gestartet. Der Leitindex legte 0,3 Prozent auf 9573 Punkte zu. Börsianer gehen allerdings davon aus, dass Anleger sich wegen der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine kaum aus der Deckung trauen werden.

+++ 9.02 Uhr: Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew kündigt laut Interfax an, Ausländern, deren Muttersprache Russisch ist, es leichter zu machen, die russische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Im Osten der Ukraine und auf der Halbinsel Krim spricht ein großer Teil der Bevölkerung Russisch.

+++ 8.49 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor seinen Gesprächen in Russland vor einer weiteren Eskalation in der Krim-Krise gewarnt. "Wir brauchen die Kontaktgruppe. Wir müssen den Konflikt beherrschbar halten und eine weitere Eskalation vermeiden", sagte Gabriel auf dem Flug nach Moskau.

+++ 8.42 Uhr: Aus Protest gegen das Vorgehen Russlands in der Ukraine-Krise schickt Deutschland keine Regierungsvertreter zu den Paralympischen Spielen in Sotschi. Dies sei ein klares "politisches Zeichen an Russland", sagte die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, im "Morgenmagazin" des ZDF. Die Paralympics beginnen am Freitag in der russischen Schwarzmeerstadt.

+++ 8.25 Uhr: Pro-russische Demonstranten haben sich nach Angaben der Polizei aus einem Verwaltungsgebäude in der ostukrainischen Stadt Donezk "freiwillig zurückgezogen". Über dem Gebäude wehe wieder die ukrainische Flagge

+++ 7.33 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisiert das Vorgehen der "Partner" seines Landes auf Ebene der OSZE und der Nato. Eine Atmosphäre des Dialogs und der konstruktiven Zusammenarbeit werde so nicht geschaffen.