Janukowitsch bat Putin um Militäreinsatz

Krim-Krise im Live-Ticker : Janukowitsch bat Putin um Militäreinsatz

Die Bedrohung der Sicherheit in Europa durch die Ukraine-Krise wächst. Pro-russische Paramilitärs haben große Teile der ukrainischen Krim unter ihre Kontrolle gebracht, 16.000 russische Soldaten sind mittlerweile auf der Halbinsel. Der Westen bereitet Sanktionen vor.Wir berichten die ganze Nacht im LIVE!-Ticker.

+++ 16.000 russische Soldaten auf der Krim
+++ Janukowitsch bittet Russland um Militäreinsatz
+++ Steinmeier spricht mit Lawrow
+++ USA bereiten konkrete Sanktionen vor
+++ Verwirrung um Ultimatum

+++ 23:50 Uhr: Soweit die Ereignisse des Montags. Wir berichten weiter im Live-Ticker für den Dienstag: hier.

+++ 23:39 Uhr: Der französische Präsident François Hollande hat Russland in der Ukraine-Krise zu einer Lösung entsprechend dem internationalen Völkerrecht aufgefordert. In Telefonaten mit dem britischen Premierminister David Cameron und dem polnischen Staatschef Bronislaw Komorowski habe Hollande diesen Standpunkt verdeutlicht, teilte die französische Präsidentschaft am Montagabend mit. Hollande und Cameron unterstrichen demnach den Wunsch der Europäischen Union, an Vermittlungsbemühungen der UNO und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beteiligt zu sein. In seinem Telefonat mit Komorowski betonte Hollande, bei der Suche nach Auswegen aus der Krise müssten einige Grundsätze eingehalten werden: die territoriale Unversehrtheit der Ukraine, die Anerkennung der ethnischen, sprachlichen und kulturellen Vielfalt, die Wahrung des Friedens und der Sicherheit auf dem gesamten Staatsgebiet sowie die Organisation der Präsidentschaftswahl "auf transparente und unanfechtbare Weise".

+++ 23:05 Uhr: Der ukrainische Botschafter bei den Vereinten Nationen sagte, Russland habe seit dem 24. Februar rund 16.000 Soldaten vom russischem Territorium auf die Krim verlegt.

+++ 22.47 Uhr: Die UN-Botschafterin der USA Samantha Power widerspricht Tschurkin, der den Einsatz Russlands mit einem Hilferuf des abgesetzten Präsidenten Janukowitsch begründet: "Wenn man Ihnen so zuhört, könnte man die russische Armee für den verlängerten Arm des UN-Kommissars für Menschenrechte halten.", sagte sie an Tschurkins Adresse. "Aber Sie haben das Völkerrecht und die Souveränität eines unabhängigen Landes verletzt. Und dass ohne jeden Grund, denn es gibt keinerlei Berichte, dass die russische Minderheit irgendwie bedroht oder drangsaliert wurde." Es sei Russlands gutes Recht, mit der neuen demokratischen Regierung in Kiew nicht einverstanden zu sein; es sei aber nicht Moskaus Recht, deshalb Soldaten zu schicken, betonte Power. "Die Lösung der Krise ist einfach: Dialog der Streitparteien, Rückzug der russischen Armee, Entsendung von internationalen Beobachtern - und nicht neue Drohungen und noch mehr Soldaten", sagte Power.

Blick in den #UN-Sicherheitsrat in NewYork, wo derzeit über die Lage in der #Ukraine beraten wird pic.twitter.com/WTEKPcGfmz MT @GermanyUN #Krim

+++ 22.25 Uhr: Russland begründet seinen umstrittenen Militäreinsatz auf der Krim mit dem Hilferuf des abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin berichtete vor dem UN-Sicherheitsrat, Janukowitsch sehe sein Land am Rande des Bürgerkriegs und habe von offener Gewalt durch den Einfluss des Westens berichtet. Russland unterstützt nach wie vor Janukowitsch, obwohl er vom Parlament abgesetzt wurde. Tschurkin betonte mit Blick auf das Vorgehen auf der Krim: "Alles was geschieht, geschieht in voller Übereinstimmung mit russischem Recht."

+++ 22.14 Uhr: Der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat nach den Worten des russischen UN-Botschafters Vitali Tschurkin den russischen Staatschef Wladimir Putin gebeten, mit militärischer Gewalt Recht und Ordnung in der Ukraine wiederherzustellen. Janukowitsch habe auf "Akte des Terrors und der Gewalt" im Land hingewiesen.

+++ 22.05 Uhr: Drei Lastwagen mit russischen Soldaten sind nach Angaben von ukrainischen Grenztruppen per Fähre auf die ukrainische Seite übergesetzt. Zuvor hätten russische Soldaten den Grenzposten am Terminal der Fähre zwischen Russland und der Krim besetzt.

+++ 21.57 Uhr: Russland befindet sich laut US-Präsident Barack Obama im Ukraine-Konflikt "auf der falschen Seite der Geschichte". Moskau dürfe nicht einfach internationales Recht brechen, sagte Obama am Montag bei einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor Reportern im Weißen Haus in Washington.

+++ 21.25 Uhr: Der Nato-Rat kommt am Dienstag auf Antrag Polens zu einer Sondersitzung zur Ukraine-Krise zusammen. Das offenbar um seine eigene Sicherheit besorgte Polen beantragte das Treffen der 28 Mitgliedstaaten auf Grundlage von Artikel 4 des Nato-Vertrags.

+++ 21.20 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat in Genf seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow zu Gesprächen über die Krise in der Ukraine getroffen. Aus Delegationskreisen verlautete, es sei kurzfristig ein gemeinsames Abendessen vereinbart worden.

+++ 21.27 Uhr: Der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat sich als Vermittler in dem Konflikt in der Ukraine angeboten. Er sei bereit auf Einladung einer der beteiligten Parteien zu jeder Zeit und an jeden Ort in der Ukraine zu reisen, um "Blutvergießen" zu verhindern, erklärte Chodorkowski, der im Dezember nach zehn Jahren in russischer Haft überraschend freigelassen worden war.

+++ 20.23 Uhr: Der US-republikanische Senator John McCain kritisiert die Reaktion der Deutschen auf die russische Intervention. Als größtes und stärkstes Land in Europa sei die Bundesrepublik zu passiv, sagte der einstige Präsidentschaftskandidat in einem Interview des Fernsehsenders CNN.

+++ 19.35 Uhr: US-Außenminister John Kerry reist am Dienstag zur Unterstützung der neuen ukrainischen Regierung nach Kiew. Nach Angaben seiner Sprecherin wird er dort Vertreter der neuen Regierung, führende Parlamentarier sowie Mitglieder gesellschaftlicher Gruppen treffen.

+++ 19.27 Uhr: Die USA denken nach den Worten einer Sprecherin des Außenministeriums nicht nur über Sanktionen gegen Russland nach, sondern bereiten sie bereits konkret vor. Angesichts des Verhaltens Russlands sei es wahrscheinlich, dass sie auch in Kraft gesetzt würden.

+++ 18.50 Uhr: Die Lage wird nach Einschätzung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier immer bedrohlicher. Eine Eskalation zu einer militärischen Auseinandersetzung müsse vermieden werden, sagte er in Brüssel. Das Risiko, dass jemand die Nerven verliere, müsse verhindert werden.

+++ 18.31 Uhr: Russland hat Berichte über ein Ultimatum an die ukrainischen Streitkräfte auf der Halbinsel Krim zurückgewiesen. "Das ist völliger Blödsinn", sagte ein Stabsvertreter der russischen Schwarzmeerflotte der Agentur Interfax.

+++ 18.01 Uhr: Die Forderung bestehe darin, die neue Regierung auf der Krim anzuerkennen, die Waffen niederzulegen und abzuziehen, sagte ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Anderenfalls müsse man sich auf einen Angriff einstellen.

+++ 17.41 Uhr: Die russische Schwarzmeerflotte hat den ukrainischen Truppen auf der Krim offenbar ein Ultimatum gestellt. Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, sollen die Ukrainer bis Dienstagmorgen 4 Uhr ihre Waffen niederlegen. Ansonsten drohe ein Angriff. Das Ultimatum sei vom Kommandeur der Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, gestellt worden. Das Ministerium bestätigte die Darstellung zunächst nicht. Die russische Flotte gab zunächst keine Stellungnahme ab.

+++ 17.19 Uhr: Auf der ukrainischen Halbinsel Krim besteht nach den Worten des Präsidenten des russischen Unterhauses derzeit "keine Notwendigkeit" einer Militärintervention Russlands. Es sei "derzeit nicht notwendig" für Russland, von seinem "Recht zu einer Militärintervention" Gebrauch zu machen, sagte Duma-Präsident Sergej Naryschkin am Montag

+++ 17.13 Uhr: Moskau hat scharfe Kritik des Nato-Rates an einem militärischen Vorgehen Russlands auf der Halbinsel Krim mit Nachdruck zurückgewiesen. Solche Vorwürfe trügen nicht zu einer Stabilisierung der Lage in der Ukraine bei, teilte das Außenministerium mit. "Alle Bewegungen (der Schwarzmeerflotte) dienen allein der Aufgabe, die Sicherheit der Flotte zu gewährleisten und mögliche Angriffe von Extremisten und Radikalen auf unsere Landsleute zu verhindern", hieß es.

+++ 16.33 Uhr: Rund 6000 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte sollen der neuen prorussischen Regierung der Krim zufolge in den vergangenen Tagen auf der Halbinsel übergelaufen sein. Zuletzt habe ein Stützpunkt mit rund 800 Soldaten und 45 MiG-Kampfjets die Seiten gewechselt, teilte am Montag ein Mitarbeiter des moskautreuen Regierungschefs Sergej Aksjonow in Simferopol mit.

+++ 16.02 Uhr: Die katholische Kirche in Deutschland hat das Verhalten Russlands im Krim-Konflikt scharf kritisiert. "Wenn machtpolitische Ambitionen gegen das Recht durchgesetzt werden, ist der Frieden gebrochen", sagte der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, den Dortmunder "Ruhr Nachrichten"

+++ 15.40 Uhr: Angesichts der Zuspitzung der Situation hat der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff die Entsendung einer UN-Beobachtertruppe vorgeschlagen. Wenn es der Regierung in Moskau wirklich um den Schutz der Russen auf der Krim gehe, dann könne sie sich der Entsendung von Blauhelmen, "um die Ukrainer und Russen zu trennen", nicht widersetzen, sagte Lambsdorff dem Sender Radio Eins in Berlin.

+++ 15.16 Uhr: Die Türkei schaltet sich in die Krise ein: Die Regierung in Ankara befinde sich im Gespräch mit den betroffenen Parteien, um einen bewaffneten Konflikt zu verhindern, verlautete am Montag aus Regierungskreisen. Die Türkei könne angesichts der Entwicklungen nicht Zuschauer bleiben. Außenminister Ahmet Davutoglu hatte in den vergangenen Tagen Kiew besucht und dort mit der neuen Führung des Landes und Vertretern der Krim-Tataren gesprochen.

+++ 14.30 Uhr: Die Krise auf der Krim hat auf den Eurokurs gedrückt. Die Sorge vor einer Eskalation habe die Gemeinschaftswährung belastet, sagten Händler. Im Mittagshandel kostete der Euro 1,3762 Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3813 Dollar festgelegt.

+++ 13.45 Uhr: Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat wegen des russischen Eingreifens in der Ukraine "Konsultationen gemäß Artikel 4 des Nato-Vertrages" gefordert. Dieser regelt das Vorgehen, wenn ein Nato-Land die Unversehrtheit des Nato-Gebiets oder die Sicherheit bedroht sieht. Die Sicherheit Polens sei zwar nicht direkt bedroht, Russland habe aber zweifellos das Völkerrecht gebrochen, sagte Komorowski.

+++ 13.39 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes setzt Russland die Verstärkung seiner Truppen auf der Krim ungebremst fort: In den vergangenen 24 Stunden seien zehn Kampfhubschrauber und acht Truppentransportflugzeuge auf der Halbinsel gelandet, ohne dass die ukrainische Regierung vorab darüber informiert worden wäre, verlautete aus Grenzschutzkreisen. Überdies seien seit dem 1. März vier Kriegsschiffe der Schwarzmeerflotte in den Hafen von Sewastopol eingelaufen.

+++ 13.27 Uhr: Auch bei den Rosenmontagszügen im Rheinland ist die Krise auf der Krim Thema: Sowohl in Düsseldorf als auch in Köln ist Putin auf einem Wagen zu sehen. Der Düsseldorfer Chef-Wagenbauer Jacques Tilly zeigt Putin als Muskelprotz und ersetzt seinen Bizeps mit einer Bombe mit der Aufschrift "Krim". Die Kölner Wagenbauer zeigen Boxweltmeister Vitali Klitschko, der Leichtgewicht Putin ausknockt. Wesentlich näher an der Realität dürften die Düsseldorfer sein. Fotos der Wagen finden Sie hier.

+++ 13.19 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Konflikts gewarnt. "Es ist von größter Wichtigkeit, die Lage zu beruhigen und zu einem konstruktiven Dialog zu kommen, der die UN und regionale Organisationen einbezieht", sagte Ban vor Reportern in Genf.

+++ 13.08 Uhr: Pro-russische Demonstranten haben Teile eines Gebäudes der Regionalregierung im ostukrainischen Donezk besetzt.

+++ 12.58 Uhr: Mitten in der Krise hat Russland den Bau einer strategisch wichtigen Brücke zur autonomen ukrainischen Halbinsel angeordnet. Die Arbeit an der vier Kilometer langen Verbindung von der russischen Halbinsel Taman über die Meerenge von Kertsch werde bald beginnen, teilte Regierungschef Dmitri Medwedew der Agentur Interfax zufolge mit.

+++ 12.52 Uhr: Russische Kampfflugzeuge sind nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums in der Nacht zum Montag zweimal in den ukrainischen Luftraum über dem Schwarzen Meer eingedrungen. Ukrainische Abfangjäger seien aufgestiegen und hätten Provokationen verhindert.

+++ 12.48 Uhr: Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will Ende dieser Woche nach Russland reisen. Der Besuch in Moskau sei für Donnerstag und Freitag geplant, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag in Berlin. Wen der SPD-Chef vor dem Hintergrund der Krim-Krise in der russischen Hauptstadt treffen will, ist noch offen.

+++ 12.47 Uhr: Der Konflikt auf der Krim gefährdet dem Bundesinnenministerium zufolge momentan noch nicht die Austragung der am Freitag beginnenden Paralympics. "Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass die paralympischen Spiele nicht stattfinden sollten", sagte ein Sprecher des auch für den Sport zuständigen Ministeriums von Thomas de Maizière in der Bundespressekonferenz. Die Lage vor Ort werde jedoch genau beobachtet.

+++ 12.43 Uhr: Sorgen um eine Eskalation der Lage in der Ukraine haben den deutschen Aktienmarkt und weitere Börsen in ganz Europa unter Druck gebracht. Bis zur Mittagszeit sackte der Dax um 2,44 Prozent auf 9455 Punkte ab.

+++ 12.28 Uhr: Wegen der Krise in der Ukraine schmieden einige EU-Länder Notfallpläne für die mögliche Aufnahme von Flüchtlingen. Sollte es zu einem Migrationsstrom kommen, werde Österreich gemeinsam mit anderen osteuropäischen Ländern handeln und auf alle Fälle helfen, kündigte die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner beim Treffen mit ihren EU-Amtskollegen in Brüssel an.

+++ 12.19 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht Europa wegen der Ukraine-Krise "ganz ohne Zweifel in der schärfsten Krise seit dem Mauerfall".

+++ 12.07 Uhr: Das Wirtschaftsministerium betont, Deutschland brauche sich um seine Gasvorräte keine Sorgen zu machen. Die Speicher seien gut gefüllt.