Import: Minister will Nahrungsmitteln aus China strenger kontrollieren

Europäische Union : Minister will Kontrolle von Nahrungsmitteln aus China verbessern

Bei Lebensmitteln aus China schlagen Inspekteure am häufigsten Alarm. Die Importe steigen rasant. Auch kommen immer mehr Bioprodukte aus dem Reich der Mitte. Können die Kontrollen noch Schritt halten?

Angesichts steigender Importe von Nahrungsmitteln und Bioprodukten aus China müssen die EU-Kontrollen nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) verbessert werden. "Bei der Dynamik des Marktes kommen wir an einen Punkt, wo die bisherigen Kontrollen nicht mehr ausreichen", sagte der Minister am Dienstag bei einem Besuch in Peking vor Journalisten.

Auch die Umsätze und die Zahl neuer Produkte aus ökologischem Anbau aus China entwickelten sich so schnell, dass die Europäische Union ihre Kontrollen "auf eine bessere Grundlage stellen muss", sagte Schmidt. Der CSU-Politiker ergänzte, Deutschland wolle China bei der Entwicklung von Standards und der Zertifizierung unterstützen, die künftig gefordert werden. "Europa wird an dem Punkt anspruchsvoller werden."

Importe aus China werden schon heute im europäischen Schnellwarnsystems für gefährliche Lebens- und Futtermittel (RASFF) am häufigsten beanstandet. Auch im Reich der Mitte selbst gibt es nach mehreren Skandalen eine breite Debatte über mangelnde Nahrungsmittelsicherheit.

Der Minister eröffnete in Peking ein deutsch-chinesisches Agrarzentrum und will die Zusammenarbeit "auf neue Füße stellen". Das Potenzial sei "riesig". Es war der erste Besuch eines deutschen Landwirtschaftsministers in China seit 2006. Schmidt traf unter anderen Vizepremier Wang Yang und seinen Amtskollegen Han Changfu.

In seinen Gesprächen äußerte Schmidt auch Sorgen über einen mangelnden Marktzugang für deutsche Exporteure. Er habe einzelne Fälle angesprochen, sagte der Minister. "Der Marktzugang ist in letzter Zeit eher schwieriger geworden." Es gebe offenbar Probleme bei der Umsetzung der Vorgaben aus Peking auf regionaler Ebene, "so dass da und dort an Protektionismus gedacht wird".

China exportierte nach chinesischen Zollangaben 2014 für rund 1,95 Milliarden US-Dollar landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Deutschland, während deutsche Produkte in Höhe von 1,238 Milliarden US-Dollar nach China exportiert wurden.

(dpa)
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