Vorschlag von Hans-Werner Sinn: Ifo-Chef: Krisenländer sollen in "Reha"

Vorschlag von Hans-Werner Sinn : Ifo-Chef: Krisenländer sollen in "Reha"

Im Kampf gegen die Schuldenkrise plädiert der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, für einen temporären Euro-Austritt von Staaten wie Griechenland und Spanien.

Er könne sich eine "Rehaklinik" für diese Länder vorstellen, sagte Sinn am Donnerstag in München. Sie könnten aus der Eurozone austreten, durch Abwertung der eigenen Währung wieder gesunden und wieder eintreten, wenn sie wettbewerbsfähig seien.

Sinn bezeichnete es als einen "Riesenfehler, den Austritt zu einer Katastrophe zu stilisieren". Der Ökonom sprach sich für den Erhalt der Währungszone aus, "aber nicht mit allen Ländern".

Wenn kein europäischer Gesamtstaat komme, "können wir den Euro so nicht halten". Es könne keine dauerhaften Zahlungen an die Krisenstaaten geben, sagte Sinn. "Je länger man Hilfsgelder gibt, desto länger hält die Krise an."

Gemeinsame Anleihen der Eurostaaten (Euro-Bonds) lehnte der Ifo-Präsident ab. Deutschland würde in den Strudel hineingezogen, und dies würde zu einer Destabilisierung im gesamten Euroraum führen, sagte Sinn. "Der Untergang Europas wäre die Folge."

Sinn warnte davor, die Schulden in den Krisenländern und bei den Banken zu sozialisieren. Die zwölf Billionen Euro Schulden in den europäischen Krisenstaaten dürften nicht den Steuerzahlern aufgebürdet werden. Es sei ein Grundprinzip der Marktwirtschaft, dass jeder dafür selbst aufkommen müsse. "Wenn die Banken Spaniens in Schwierigkeiten geraten, müssen erst einmal die Eigentümer einspringen", sagte der Ifo-Präsident.

Der Ökonom geht davon aus, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer harten Haltung bleibe und "der Schulden-Sozialisierung nicht zustimmt".

Hier geht es zur Infostrecke: Das Lexikon der Euro-Krise

(APD)
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