Griechenland: Merkel will eine Lösung der griechischen Finanznot

Tsipras-Besuch in Deutschland : Das dritte Hilfspaket für Athen kommt

Fast fünf Stunden haben Kanzlerin Angela Merkel und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in Berlin über die Lage in Griechenland gesprochen. Eines wurde bei dem Besuch klar: Merkel will eine Lösung der griechischen Finanznot.

Mit dem Empfang von Alexis Tsipras in Berlin und der anschließenden Wohlfühl-Pressekonferenz hat sich Angela Merkel endgültig entschieden: Die Kanzlerin will eine Lösung der griechischen Finanznot in der Euro-Zone. Damit hat sich die Regierungschefin indes auch Verhandlungsspielraum geschaffen.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Land werden bis Ostern ein Hilfspaket bekommen — egal, ob das Geld über Target-Kredite der Europäischen Zentralbank, Zinserleichterungen durch die Gläubiger oder durch ein drittes Hilfspaket fließt. Die Euro-Staatschefs werden Merkel folgen. Es wäre ein Vertrauensvorschuss für eine Regierung, die sich bisher sämtlichen Prinzipien einer guten Regierungsführung verweigerte.

Es gibt gute Gründe für weitere Hilfen an Athen, wenn auch eher historische und politische, weniger ökonomische. Athen muss im Gegenzug aber eine funktionierende Steuerverwaltung aufbauen, gezielt Exportbranchen stützen und die hohen Militärausgaben zugunsten von Bildungsinvestitionen kappen. Für die Armutsbekämpfung könnte die EU Subventionstöpfe anzapfen. Für den Wiederaufbau Griechenlands braucht es Geld. Vor allem aber Geduld.

(brö)
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