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Griechenland: Internationaler Währungsfonds dringt auf Erlass der Schulden

Internationaler Währungsfonds : IWF dringt auf Erlass der Schulden für Griechenland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich an einem dritten Hilfspaket für Griechenland nur dann beteiligen, wenn sich Europa zu einem Schuldenerlass für das pleitebedrohte Land durchringt. Das erklärte ein IWF-Vertreter in Washington. Weitere Bedingung sei, dass Griechenland nachweislich harte Reformen umsetzt, die das Land zurück auf den Wachstumspfad bringen.

Die Bundesregierung gab sich gestern zwar gelassen, doch der IWF bringt Berlin in Not: Ein Schuldenerlass würde die Zustimmung der Unionsfraktion zum dritten Hilfspaket im Bundestag gefährden. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte ihre Position aber schon früher vorgebracht. Die Bundesregierung bestätigte gestern, die Äußerungen seien "in der Sache nichts Neues".

FDP-Parteichef Christian Lindner sagte, die Forderung des IWF nach einem Schuldenerlass zeige, "dass die Verhandlungsposition der Bundesregierung nicht schlüssig war". Der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgeschlossene Schuldenschnitt und die notwendige Einbeziehung des IWF seien unvereinbar. Es müsse weiter an einem Plan B gearbeitet werden. Lindner forderte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf, "seinen Worten umgehend Taten folgen zu lassen, indem er Vorschläge für ein Insolvenzrecht für Staaten inklusive Ausscheiden aus der Euro-Zone vorlegt".

Weitere Informationen zu Griechenland in unserem Dossier.

(mar)