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Kosten auf bis zu eine Billion Euro geschätzt: Griechenland: Euro-Austritt denkbar

Kosten auf bis zu eine Billion Euro geschätzt : Griechenland: Euro-Austritt denkbar

Der frühere griechische Regierungschef Lucas Papademos hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht für ausgeschlossen. "Das Risiko, dass Griechenland den Euro verlässt, besteht."

Das sagte Papademos in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". Entscheidend sei, ob das Land die von EU, IWF und EZB diktierten Sparprogramme kontinuierlich umzusetzen bereit sei.

"Obwohl ein solches Szenario wenig wahrscheinlich ist und weder für Griechenland noch andere Länder wünschenswert wäre, können wir nicht ausschließen, dass bereits Vorbereitungen laufen, um die möglichen Folgen eines griechischen Austritts aus der Eurozone in den Griff zu bekommen", sagte Papademos.

Ein Austritt der Griechen aus der Eurozone würde "katastrophale" wirtschaftliche Konsequenzen haben, warnte Papademos. Die Kosten eines Austritts schätzte er auf 500 Milliarden bis eine Billion Euro.

Einige Berechnungen legten nahe, dass die Inflation eine Rate von 30 bis 50 Prozent erreichen könne, sagte der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Papademos führte seit November 2011 sechs Monate lang die griechische Übergangsregierung. In der vergangenen Woche übergab er an den 67-jährigen Verwaltungsrichter Panagiotis Pikrammenos, der ebenfalls als Übergangsregierungschef amtiert.

Am 17. Juni finden erneut Parlamentswahlen statt, weil nach der Wahl Anfang Mai alle Versuche zur Bildung einer neuen Regierung am Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des drastischen Sparkurses gescheitert waren.

(AFP)