Spanier plündern zwei Supermärkte: Gewerkschafter spielen Robin Hood

Spanier plündern zwei Supermärkte : Gewerkschafter spielen Robin Hood

Erst zogen sich Feuerwehrleute splitterfasernackt aus, um auf Lage der Spaniener in der Krise aufmerksam zu machen, nun gingen Gewerkschafter noch einen Schritt weiter. Sie plünderten zwei Supermärkte und verteilten die Nahrungsmittel an Bedürftige.

Wie die Zeitung "Diario de Sevilla" berichtet, rechtfertigten die Gewerkschaftsführer der Vereinigung der andalusischen Arbeiter (SAT). Juan Manuel Sanchez Gordillo sagte Reportern, dass die Supermärkte, die sie überfallen und aus denen sie Nahrung gestohlen hätten, ebenso "verantwortlich" seien für die wirtschaftliche Krise.

Überfallen wurden bei der Aktion ein Supermarkt in Ecija in der Region Sevilla und in Arcos de la Frontera in der Region Cadiz. Alles, was die Aktivisten mitnahmen, verteilten sie laut dem Bericht später in Gegenden, in denen die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist.

Der Gewerkschaftsführer Diego Canamero sagte zu der Aktion, diejenigen, die mitgemacht haben, müssten eigentlich belohnt werden, denn sie lösten mit friedlichen Mitteln, dass es angesichts der Krise nicht zu einem Ausbruch von Gewalt komme.

Beide Gewerkschaftsführer forderten die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Armut vieler Familien, die durch die Krise verursacht wurde, zu lindern. Sie sollten eine Art Sozialgehalt auszahlen für diejenigen, die keinerlei staatliche Hilfe in Anspruch nehmen.

(das)
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