Flüchtlinge: Viktor Orban aus Ungarn kritisiert Deutschland

Flüchtlingsdebatte: Ton aus Deutschland laut Orban "schroff, grob und aggressiv"

"Wir schulden Deutschland gar nichts" - das sagt Viktor Orban, Regierungschef von Ungarn. Den Umgangston mit Deutschland bezeichnet er in einem Interview als "schroff, grob und aggressiv".

Von einem "Diktat" der Deutschen beim Thema Flüchtlingspolitik wolle er zwar nicht sprechen, so Orban in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Dennoch sei Deutschland "eine Großmacht in Europa, der Druck aus Berlin hat Kraft".

Er rief zur Zusammenarbeit auf: Deutschland und Ungarn sollten besser "zusammenstehen statt zu streiten". Kritik an mangelnder Solidarität wies Orban zurück. "Wir schulden Deutschland gar nichts. Und die Deutschen schulden uns auch nichts."

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Orban verteidigte die geplante Abstimmung zur EU-Flüchtlingspolitik in Ungarn. "Wir können nicht über die Köpfe der Menschen hinweg Entscheidungen treffen, die ihr Leben und das künftiger Generationen schwerwiegend ändern. Und die Aufnahmequote würde das Profil Ungarns und Europas verändern - ethnisch, kulturell und religiös." Er wolle Europa mit seiner Entscheidung "nicht spalten, sondern unsere Bürger schützen. Das heißt: Wir wollen nicht, dass Migranten zu uns kommen."

(hebu/kna)