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Sklavenmarkt: Museum prangert AfD für Gemäldenutzung für Wahlkampfplakat an

"Sklavenmarkt" aus dem Jahr 1866 : Museum prangert EU-Wahlkampfplakat der AfD an

Der AfD-Landesverband in Berlin sorgt wegen der Verwendung eines Gemäldes für Empörung. Das Clark Art Institute in Massachusetts fordert die Partei auf, das Bild nicht weiter auf Werbeplakate zur Europawahl zu drucken.

Das berichtet das Magazin "Spiegel". "Wir haben der AfD geschrieben und verlangen, dass sie die Nutzung des Gemäldes unterlässt", sagte Museumsdirektor Olivier Meslay laut Magazin. Es geht um das Gemälde "Sklavenmarkt" des französischen Malers Jean-Leon Gerome von 1866, auf dem mehrere dunkelhäutige Männer um eine nackte Frau stehen und ihre Zähne prüfen.

Der Schriftsteller Thor Kunkel, der auch die Bundestagswahlkampagne für die AfD entworfen hat, textete für das Plakat den Slogan "Damit aus Europa kein Eurabien wird". Laut einem Infoheft des Museums im US-Bundesstaat Massachusetts ist es "unwahrscheinlich, dass der Künstler eine solche Szene je gesehen hat, da es kaum eine bis keine zuverlässige Dokumentation solcher Sklavenmärkte gibt".

Direktor Meslay betont, man habe der AfD das Bild nicht zur Verfügung gestellt. "Das Gemälde gehört uns, und wir sind strikt dagegen, dass dieses Werk weiter genutzt wird, um eine politische Agenda zu verbreiten."

Rechtlich hat das Museum laut "Spiegel" allerdings keine Handhabe. Es gebe keine urheberrechtlichen Abwehrrechte, erklärt Meslay, "deswegen können wir nur an die Zuvorkommenheit der AfD appellieren".

(felt/kna)