EU kappt die Preise für Telefongespräche innerhalb der Union

Festnetz und Anrufe an ausländische Nummern : EU kappt Preise für Telefongespräche innerhalb der Union

Wer öfter ins europäische Ausland telefoniert, dürfte sich freuen: Die EU-Mitgliedsstaaten und das Europaparlament haben sich auf eine Senkung der Telefontarife innerhalb der Union geeinigt.

Die Preise für Telefongespräche von einem EU-Land in ein anderes dürfen dem Kompromiss zufolge 19 Cents pro Minute nicht übersteigen, teilte die EU-Kommission, die das Gesetz vorschlug, am Mittwoch mit. Für SMS an ausländische Nummern werden demnach maximal sechs Cent fällig.

Große Anbieter wie die Deutschen Telekom oder Orange sollen zudem weniger stark reguliert werden, wenn sie zusammen mit Rivalen in den Ausbau von superschnellen Datennetzen investieren. Die für Handys wichtigen Funkfrequenzen sollen mit einer Laufzeit von 20 Jahren genutzt werden.

Seit Sommer 2017 können Handy-Nutzer im EU-Ausland bereits zum selben Tarif wie zu Hause telefonieren, SMS versenden und das mobile Internet nutzen. Anrufe und Textnachrichten vom Festnetz oder vom Handy an ausländische Nummern kosten bislang jedoch weiterhin extra - nach Angaben der Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentralen zwischen 19 Cent und 14,90 Euro für ein zehn Minuten langes Gespräch.

Die neue Regelung zur Deckelung dieser Gebühren tritt am 15. Mai 2019 in Kraft. Der Vorstoß ist Teil einer Reform des Kodex für die elektronische Kommunikation, der auch die Handyfrequenzvergabe auf europäischer Ebene regelt. Die Reform soll Investitionen in Infrastruktur fördern, damit etwa 5G-Mobilfunknetze, die deutlich schnellere Datenübertragung bieten, ausgebaut werden.

Die Einigung muss noch von den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament formell bestätigt werden, bevor sie Gesetz wird.

(das/rtr/AFP)
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