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Wirbel um Regierungsbildung in Athen: Dimar weist Gerüchte zurück

Wirbel um Regierungsbildung in Athen : Dimar weist Gerüchte zurück

Der Chef der Linksradikalen, Alexis Tsipras, hat am Sonntag die Bildung einer breiten Koalition in Griechenland abgelehnt. Ein erstes Krisentreffen mit Präsident Papoulias war kurz zuvor gescheitert.

Konservative, Sozialisten und die Demokratische Linke hätten zusammen 168 Abgeordnete im 300 Sitze umfassenden Parlament und könnten auch ohne seine Partei problemlos regieren, sagte Tsipras in Athen. Ihre Forderung an das Bündnis der Radikalen Linken, unbedingt an dieser Regierung teilzunehmen, sei absurd und "unlogisch".

Die drei Parteien hätten sich darauf verständigt, für zwei Jahre eine Regierung zu bilden und den von den internationalen Geldgebern verlangten "kriminellen" Sparkurs fortzusetzen, sagte Tsipras und heizte damit Meldungen an, es sei zu einer Regierungsbildung gekommen.

Die linksdemokratische Partei Dimar dementierte inzwischen, sie sei zur Beteiligung an einer Drei-Parteien-Koalition mit der sozialdemokratischen Pasok und der konservativen Nea Dimokratia (ND) bereit. "Das ist Verleumdung und eine Lüge", erklärte die Partei zu vorherigen Angaben der rivalisierenden linksradikalen Syriza-Partei.

Zuvor war ein erstes Krisentreffen der großen Parteien unter Leitung von Staatspräsident Karolos Papoulias nach nur eineinhalb Stunden ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Ziel der noch andauernden Verhandlungen ist es, doch noch eine Regierung zu bilden. Kosnervative, Sozialisten und die Demokratische Linke hatten eine Koalition von der Beteiligung des Bündnisses der Radikalen Linken (Syriza) abhängig gemacht.

Mehrheit der Griechen will Euro behalten

Die euroskeptische Syriza war aus der Parlamentswahl als zweitstärkste Kraft hinter den Konservativen und vor den Sozialisten hervorgegangen. Tsipras betonte im Fernsehen am Sonntag nochmals, das "barbarische Sparprogramm", zu dem EU und andere internationale Geldgeber Griechenland gezwungen haben, müsse beendet werden.

72 Prozent der Griechen fordern in einer repräsentativen Umfrage, dass die Parteien alles unternehmen sollten, damit eine tragfähige Regierung gebildet werden kann. Noch mehr, nämlich 78 Prozent, sprechen sich für einen Verbleib im Euroland aus. Die Umfrage wurde am Sonntag in der Athener Zeitung "To Vima" veröffentlicht.

Am Morgen war bekannt geworden, dass Griechenland auch im Falle eines Austritts aus der Euro-Zone einem Bericht zufolge weiter Geld aus dem europäischen Rettungsschirm EFSF erhalten soll.

(dpa/AFP)