Debatte um Nuklearwaffen Atomwaffen für die EU – logisch, aber nicht praktikabel

Meinung | Brüssel · Gäbe es den Krieg Russlands gegen die Ukraine auch, wenn die Ukraine ihre Atombomben behalten hätte? Jedenfalls hat er Rufe nach der eigenen atomaren Abschreckung Europas ausgelöst. Wiederbelebt werden sie nun durch Trumps Drohungen. Ist es mehr als eine Phantomdebatte?

 Eine russische Iskander-K-Rakete wird während einer Militärübung auf einem Truppenübungsplatz in Russland abgeschossen (Archiv).

Eine russische Iskander-K-Rakete wird während einer Militärübung auf einem Truppenübungsplatz in Russland abgeschossen (Archiv).

Foto: dpa/Uncredited

Als Donald Trump den Europäern drohte, ihnen als US-Präsident den amerikanischen Schutz zu entziehen, wenn sie nicht genügend Geld in die Verteidigung stecken, konnte man langsam bis zehn zählen: Und schon waren die Rufe nach einer europäischen Atomstreitmacht wieder zu hören. Denn das Thema wird von zwei Seiten getriggert. Da ist auf der einen Seite das ständige Drohen Russlands mit dem Einsatz von Atomwaffen im Zusammenhang mit dem Abwehrkampf der Ukraine. Und da ist die übergroße Abhängigkeit von der militärischen Supermacht USA. Beides führt den Europäern vor Augen, wie scheinbar blank sie dastehen, wenn es darum geht, russischen Nuklearschlagwarnungen glaubhafte eigene Abschreckung entgegenzustellen.