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Nach der Katastrophe vor Lampedusa: CDU will europäischen Flüchtlingsgipfel

Nach der Katastrophe vor Lampedusa : CDU will europäischen Flüchtlingsgipfel

Nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa werden in der CDU-Spitze Forderungen nach einer Reform der EU-Flüchtlingspolitik laut. Notwendig sei ein europäischer Flüchtlingsgipfel.

Das sagte die Vize-Parteivorsitzende Julia Klöckner der "Welt am Sonntag": "Das Drehen an einzelnen Schrauben allein hilft jetzt nicht weiter." Die Situation könne nicht so bleiben wie bisher. Was vor der italienischen Mittelmeerinsel geschehen sei, beschäme ganz Europa und nicht nur die Mittelmeeranrainer.

Auch CDU-Vize Thomas Strobl sagte, eine neue europäische Flüchtlingspolitik gehöre "mittelfristig auf die Agenda". Man dürfe die Italiener nicht mit dem Problem allein lassen.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, (CDU) warnte dagegen vor vorschnellen Konsequenzen: "Wir sollten sehr vorsichtig sein, jetzt unsere Flüchtlingspolitik überstürzt zu verändern", sagte er dem Blatt. Deutschland nehme schon heute mehr Flüchtlinge auf als die Anrainerstaaten des Mittelmeeres.

Beim Sinken eines Flüchtlingsschiffes vor Lampedusa waren am Donnerstagmorgen nach Schätzungen der italienischen Behörden etwa 300 Menschen ertrunken.

An Bord des gekenterten Schiffes sollen etwa 450 bis 500 afrikanische Flüchtlinge gewesen sein, die überwiegend aus Somalia und Eritrea stammten. Bislang wurden 111 Tote geborgen, 155 Menschen überlebten das Unglück.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2013: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa

(AFP)