Zentralbank in Nikosia: Bundesbank lieferte Bargeld nach Zypern

Zentralbank in Nikosia : Bundesbank lieferte Bargeld nach Zypern

Die Deutsche Bundesbank hat die Zentralbank in Nikosia vor der Wiedereröffnung der zyprischen Banken mit Bargeld versorgt.

"Die Operation wurde von der Bundesbank geführt und von der Europäischen Zentralbank koordiniert", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus informierten Kreisen. Eine weitere Quelle sagte, auch weitere Zentralbanken der Eurozone seien beteiligt gewesen.

Keine Angaben machten die Quellen zu der Summe, die von Deutschland nach Zypern geschickt wurde.

Das Bargeld war in mehreren Containern unter Polizeischutz an die zyprische Zentralbank geliefert worden, wie AFP-Reporter berichteten. Laut "Handelsblatt" brachte ein Flugzeug der Lufthansa insgesamt fünf Milliarden Euro Bares nach Zypern. Andere Medien nannten Zahlen zwischen 1,5 und fünf Milliarden Euro. Weder die Bundesbank noch die EZB bestätigten die Summe, sie dementierten die Berichte aber auch nicht.

Euro-Geldscheine werden nicht von der EZB gedruckt und gelagert, sondern von zahlreichen nationalen Notenbanken. Einige Zentralbanken haben Abkommen mit den Notenbanken anderer Eurostaaten über die Versorgung mit Bargeld - so auch Zypern.

Die Banken des Inselstaates hatten am Donnerstagvormittag nach einer zwölftägigen Zwangspause erstmals wieder geöffnet. Vor den Bankfilialen bildeten sich am Morgen lange Schlangen von Bankkunden, zuvor erwartete Tumulte blieben aber aus. Die Regierung ordnete erhebliche Einschränkungen des Zahlungsverkehrs an, um eine Kapitalflucht zu verhindern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zypern – der Tag der Banken-Wiedereröffnung

(AFP/nbe)
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