Brexit: Die britische Premierministerin droht ihren EU-Partnern mit dem größtmöglichen Schaden

Kommentar zum Brexit : Mays Feiglingsspiel

Die britische Regierungschefin Theresa May setzt mit ihrer Kehrtwende beim Brexit-Deal aus Verzweiflung auf eine Alles-oder-Nichts-Strategie. Die EU sollte ihr ein kleines Stück entgegenkommen.

Aus der mathematischen Spieltheorie stammt eine Konstellation, in der zwei Sportwagen aufeinander zurasen und derjenige verliert, der als erster bremst. Wie in der berühmten Szene aus dem James-Dean-Film „Denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Das Feiglingsspiel, wie es bei den Experten heißt, ist derzeit im Dreieck zwischen Downing Street, britischem Parlament und der EU zu beobachten. Am Montag hat die britische Premierministerin Theresa May die entscheidende Abstimmung über den Brexit auf unbestimmte Zeit verschoben und will mit Brüssel nachverhandeln. Doch die EU hat jede weitere Konzession abgelehnt. Damit droht der harte Brexit, der beide Seiten maximal schädigt.

In der Spieltheorie gibt es mehrere Lösungen für diese Situation. Eine davon wäre: Die EU gibt Großbritannien eine zweite Chance. Etwa eine neue politische Erklärung über das künftige britisch-europäische Verhältnis, bis alles geklärt ist. Im Gegenzug müsste London explizit auf einen harten Brexit verzichten. Noch immer ist jede Verhandlungslösung besser als das Chaos, das einem endgültigen Bruch folgt.

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