Angela Merkel und Wladimir Putin wollen Fertigstellung der Nord-Stream-2-Pipeline

Treffen in Moskau : Merkel und Putin wollen Fertigstellung der Nord-Stream-2-Pipeline

Es dauert zwar länger als geplant, aber Kanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich optimistisch gezeigt, dass die Nord-Stream-2-Gaspipeline trotz der US-Sanktionen zu Ende gebaut wird.

Die US-Maßnahmen würden nur zu einer Verzögerung bis Ende des Jahres oder Anfang 2021 führen, sagte Putin am Samstag in Moskau auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Merkel verteidigte die Fertigstellung trotz der Einwände aus den USA und einigen osteuropäischen Ländern. Auch die EU-Gesetzgebung habe das Projekt legitimiert, sagte sie.

Es handele sich trotz aller politischen Implikationen vor allem um ein wirtschaftliches Vorhaben, betonte Merkel. "Deshalb halten wir das Projekt für richtig." Sie kritisierte die US-Sanktionen gegen den Bau der Pipeline, die zusätzliches russisches Gas über die Ostsee nach Deutschland und Westeuropa bringen soll. Dies sei falsch.

Die USA hatten Firmen, die am Bau der Pipeline beteiligt sind, mit Strafen gedroht, worauf sich ein in der Schweiz ansässiges Spezialunternehmen zur Verlegung der Rohre zurückgezogen hatte. Die USA begründen ihr Vorgehen mit der Furcht, dass die Europäer sich von russischen Lieferungen abhängig machen würden. Zugleich wollen die USA aber auch eigenes Erdgas in Europa verkaufen. Merkel wies darauf hin, dass sich die EU-Länder gleichzeitig zum Pipeline-Bau bemühten, die Gasbezüge zu diversifizieren. Zudem hatten Russland und Ukraine ein Gasabkommen geschlossen, das garantiert, dass die Ukraine trotz Nord Stream 2 weiter Transitland für russisches Gas bleiben wird.

Hinter dem Pipeline-Projekt steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen, wie Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.

(felt/Reuters)