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Angela Merkel: "Fuck the EU" von Victoria Nuland absolut unakzeptabel

Scharfe Kritik der Kanzlerin an Victoria Nuland : Merkel findet "Fuck the EU"-Äußerung absolut unakzeptabel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die undiplomatische Äußerung der US-Europabeauftragten Victoria Nuland scharf kritisiert. Die Kanzlerin halte die Äußerung für "absolut unakzeptabel", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin.Die EU-Kommission will den diplomatischen Fauxpas gar nicht erst nicht kommentieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die undiplomatische Äußerung der US-Europabeauftragten Victoria Nuland scharf kritisiert. Die Kanzlerin halte die Äußerung für "absolut unakzeptabel", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin.Die EU-Kommission will den diplomatischen Fauxpas gar nicht erst nicht kommentieren.

Es liege Merkel daran hervorzuheben, dass die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton einen "hervorragenden Job" mache, sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz. Die Europäische Union werde sich "weiter mit großer Intensität bemühen, die Lage in der Ukraine zu beruhigen". Auf die Frage, ob sich Nuland bei der Bundesregierung entschuldigt habe, sagte sie, es habe "einen Kontakt ins Kanzleramt" gegeben.

Das Telefonat Nulands mit dem US-Botschafter Geoffrey Pyatt war am Donnerstag auf der Online-Plattform YouTube aufgetaucht. Darin geht es auch um den Versuch von Präsident Viktor Janukowitsch, die Oppositionsführer Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko in die Regierung zu holen. Die beiden Politiker hatten das Angebot abgelehnt. Nuland sagte in dem Telefonat über Klitschko, sie "glaube nicht, dass es notwendig und eine gute Idee ist", ihn in die Regierung zu holen.

Die USA vermuten Russland hinter dem Leck. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sprach am Donnerstag von einem "neuen Tiefpunkt" der russischen Spionagepraxis. Nuland habe bereits Kontakt zu ihren EU-Kollegen aufgenommen und sich "natürlich" entschuldigt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin kommentierte den Vorfall am Freitag mit den Worten: "Hieran sieht man einmal mehr, Abhören ist halt blöd."

Nuland hielt sich am Freitag in Kiew auf und traf dort Staatschef Janukowitsch. Einen Kommentar zu ihrer Äußerung lehnte sie ab. Sie werde sich nicht "zu einer privaten diplomatischen Unterhaltung" äußern. Die Vorgehensweise der Veröffentlichung sei indes "beeindruckend", die Qualität der Aufnahme im Internet sei "sehr gut".

Auch Brüssel zeigte sich zurückhaltend: "Die EU ist damit beschäftigt, den Menschen in der Ukraine in der aktuellen Krise zu helfen", teilte Ashtons Sprecherin mit. "Wir geben keinen Kommentar ab zu durchgesickerten angeblichen Telefongesprächen."

Hinter den Kulissen brodelte es aber. Zu behaupten, die EU tue in der Ukraine nichts, sei schlicht "falsch", sagte ein ranghoher EU-Vertreter, der anonym bleiben wollte. "Wir sind, wir waren und wir werden sehr aktiv sein", um die Krise in dem Land beizulegen, sagte er. Der Botschafter eines EU-Landes sagte, die EU bringe sich in der Ukraine "seit Jahren" ein.

Klitschko sieht in der Veröffentlichung des Telefonats indes einen Versuch, die USA und die EU zu provozieren. "Alle Seiten müssen jetzt besonnen reagieren und sollten nicht in diese Falle tappen", sagte er der "Bild"-Zeitung vom Samstag. USA und EU müssten weiterhin gemeinsam vermitteln.

Die ukrainische Führung sieht sich seit Monaten mit Massenprotesten konfrontiert. Die Opposition fürchtet, dass sich das Land Russland statt dem Westen zuwendet. Janukowitsch wollte die politische Krise in seinem Land am Freitag am Rande der Olympischen Winterspiele in Sotschi mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin besprechen.

(AFP)