Umfrage der EU-Kommission: EU-Bürger sehen US-Rolle für Weltfrieden negativ

Umfrage der EU-Kommission : EU-Bürger sehen US-Rolle für Weltfrieden negativ

Brüssel (rpo). Die Mehrheit der EU-Bürger glaubt inzwischen, dass die USA für den Weltfrieden eine negative Rolle spielt. Das geht aus einer Umfrage der EU-Kommission in Brüssel hervor.

In der am Dienstag veröffentlichten Umfrage äußerten 46 Prozent diese Ansicht. 32 Prozent der Befragten sagten, die USA spielten dabei eine positive Rolle, 15 Prozent sagten weder noch. Die Griechen sind demnach in dieser Frage besonders skeptisch. Hier äußerten 73 Prozent der Befragten, die USA spielten eine negative Rolle. Deutschland lag mit 47 Prozent leicht über dem EU-Durchschnitt.

In Ostdeutschland äußerten sich allerdings 57 Prozent negativ über die Rolle der USA, im Westen waren es nur 44 Prozent. In Großbritannien waren nur 32 Prozent dieser Ansicht. Allerdings sagten 54 Prozent der Befragten insgesamt, dass die USA eine positive Rolle im Kampf gegen den Terrorismus spielten. Zugleich gaben 82 Prozent an, sie hätten Angst vor dem internationalen Terrorismus. Für die Umfrage "Eurobarometer" wurden 16.074 EU-Bürger in allen Mitgliedstaaten vom 1. Oktober bis 5. November 2002 befragt.

Forsa: Deutsche von der US-Begründung nicht überzeugt

Für die Deutschen stellt US-Präsident George W. Bush eine größere Bedrohung für den Weltfrieden dar als Saddam Hussein. In einer Forsa-Umfrage für das Greenpeace-Magazin antworteten 38 Prozent auf die Frage "Wer ist die größere Bedrohung für den Frieden auf der Welt?" mit "George W. Bush", 37 Prozent mit "Saddam Hussein". 16 Prozent fühlen sich von beiden gleichermaßen bedroht, neun Prozent antworteten mit "weiß nicht". Forsa befragte für Greenpeace Mitte Februar 1.002 Menschen.

Auf die Frage "Sind die Informationen der USA zur Begründung des Irak-Krieges überzeugend?" antworteten 82 Prozent der Befragten mit "nein", acht Prozent mit "ja" und zehn Prozent mit "weiß nicht". 54 Prozent sprachen sich dafür aus, dass die Bundesrepublik die USA davon abbringen sollte, ihre außenpolitischen Interessen mit präventiven Militärschlägen durchzusetzen. 13 Prozent forderten für die US-Pläne Unterstützung, 30 Prozent sprachen sich für Neutralität aus und drei Prozent sagten "weiß nicht". 87 Prozent sehen bei den USA im Öl eine "große oder sehr große Rolle, das irakische Regime zu stürzen", für 64 Prozent ist es die Bekämpfung des Terrorismus und für 24 Prozent der Aufbau der Demokratie in Irak. Bei dieser Frage waren mehrere Antworten möglich.

Die Einstellung zu den USA hat sich seit dem Amtsantritt Bushs für 55 Prozent der Befragten verschlechtert, für zwei Prozent verbessert, für 43 Prozent ist sie gleich geblieben. Mit dem "American Way of Life" verbinden 38 Prozent etwas Negatives, 37 Prozent etwas Positives, 25 Prozent keines von beidem. Und schließlich sind 90 Prozent der Befragten dafür, dass Deutschland auf die USA einwirken sollte, damit diese ihre Anstrengungen beim Klimaschutz verstärken. Nein Prozent wollen dies nicht, zwei Prozent sagten "weiß nicht".

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