Erste Bilanz: 570 vertrauliche Geburten in fünf Jahren

Gesellschaft : Erste Bilanz: 570 vertrauliche Geburten in fünf Jahren

(epd) Rund 110 Frauen pro Jahr nehmen das Angebot einer vertraulichen Geburt an und bringen ihr Kind anonym zur Welt. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zog am Dienstag in Berlin eine positive Bilanz des im Mai 2014 in Kraft getretenen Gesetzes.

Sie sagte, schwangere Frauen in Notlagen bräuchten Hilfe und Unterstützung. Giffey verwies auch auf den Erfolg des Hilfetelefons. Rund 6.500 Schwangere in Not wendeten sich jedes Jahr an die Beraterinnen. Das Gesetz zeige Wirkung.

Durch die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt haben in den vergangenen fünf Jahren 570 Frauen ihr Kind nicht allein, sondern mit Hilfe einer Hebamme oder in einer Klinik zur Welt gebracht, obwohl sie die Schwangerschaft verbergen mussten. Die Kinder werden zur Adoption freigegeben.

Einer Befragung im Auftrag des Familienministeriums zufolge wurde mit der Einführung der vertraulichen Geburt der Trend zu immer mehr Abgaben von Neugeborenen in Babyklappen gestoppt. Von 2000 bis 2013 hatte sich die Zahl der anonym abgegebenen Neugeborenen auf 147 im Jahr 2013 mehr als verdreifacht. Im Jahr 2014 sank sie auf 124 und stieg auf rund 150 anonym abgegebene Säuglinge in den Jahren 2015 und 2016. Damit sei die Zahl der anonymen Kindsabgaben zwar nicht weiter gesunken, liege aber unter den zu erwartenden Zahlen ohne die Alternative der vertraulichen Geburt, so die Studie.

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