Erste Bewerbungen für den SPD-Vorsitz.

Kandidatenkür bei der SPD : Erste Bewerbungen für SPD-Vorsitz

Auch Bundesumweltministerin Schulze könnte Interesse bekunden. Die Bewerbungsfrist endet aber erst Ende August.

Zwei Monate vor Ende der offiziellen Bewerbungsfrist bringen sich die ersten Kandidaten aus NRW für den Bundesvorsitz der SPD in Stellung. Wie aus Parteikreisen verlautete, erwägt auch die amtierende Bundesumweltministerin Svenja Schulze eine Kandidatur. Entschieden sei aber noch nichts, auch nicht, ob sie als Einzelperson oder im Tandem antreten wolle. Schulze selbst äußerte sich dazu am Mittwoch nicht.

Seit dem 1. Juli läuft die Bewerbungsfrist, am 1. September endet sie. Um tatsächlich nominiert zu werden, brauchen Bewerber die Unterstützung eines Landesverbandes oder von fünf Unterbezirken oder einem Bezirk. Allein in NRW gibt es 52 Unterbezirke. Ausdrücklich erwünscht sind Bewerbungen im Team - für eine Doppelspitze.

Als erstes Duo brachten sich bereits die frühere NRW-Familienministerin Christina Kampmann und Europa-Staatsminister Michael Roth aus Hessen via Interview mit der Neuen Westfälischen ins Gespräch. Kampmann verfüge über guten Rückhalt in Ost-Westfalen, Roth in Hessen, hieß es dazu in Parteikreisen. Ihre Aussichten auf den Parteivorsitz wurden allerdings als gering bewertet, weil sie bundesweit nicht sehr bekannt seien und bundespolitisch kaum erfahren. Zudem gelte: „Wer zuerst genannt wird, ist zuerst verbrannt.“

Kampmann selbst berichtete gegenüber unserer Redaktion von sehr vielen positiven Reaktionen von Genossen, die sich freuten, dass ein Team den ersten Schritt getan habe und Verantwortung für die SPD übernehmen wolle. Aus NRW hatte schon vor Beginn der Frist auch Fraktionschef Thomas Kutschaty Ambitionen durchblicken lassen. Als mögliches weibliches Pendant einer Doppelspitze käme die Parlamentarische Geschäftsführerin Sarah Philipp in Betracht. Doch gegenüber unserer Redaktion winkte sie ab: „Ich werde mich nicht bewerben.“

Auch SPD-Landeschef Sebastian Hartmann hatte eine Kandidatur bisher ausgeschlossen. Bundesweit gelten als chancenreiche Anwärter für das Amt unter anderem Familienministerin Franziska Giffey und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Der Vorsitz soll dann nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden.

Unter den Genossen wächst derweil der Unmut, auch über das komplizierte Nominierungsverfahren. Die Zahl der Mitglieder ist erneut zurückgegangen. Zum 30. Juni 2019 verzeichneten die Sozialdemokraten 426.352 Mitglieder, wie der Parteivorstand auf Anfrage mitteilte. Zum Jahresende 2018 waren es noch 437.754. Die Zahl schwankte in den vergangenen Jahren.

(kib/jd)
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