Kleve: Eine neue Hochschule für Kleve

Kleve: Eine neue Hochschule für Kleve

Die 2009 gegründete Hochschule Rhein-Waal am Niederrhein hat jetzt einen eigenen Campus. Das Land investierte 126 Millionen Euro in den Neubau. Die Hochschule ist mit Studenten aus 69 Nationen international ausgerichtet.

Die Hochschule Rhein-Waal hat ihren neuen Campus im Hafen der Stadt Kleve bezogen. 16 Gebäude rechts und links des Wassers, verbunden mit einer Klappbrücke, wurden in knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit von der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft hochgezogen. 126,2 Millionen Euro investierte das Land in die Gebäude. Hinzu kommt die moderne Ausstattung der mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichteten Hochschule Rhein-Waal (HRW).

Die Baugesellschaft übergab gestern den Campus termingerecht und ohne Kostenexplosion zum kalkulierten Preis an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb das Landes.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze lobte das Tempo, das die sich rasant entwickelnde Hochschule vorlegt. Die 2008 gegründete HRW rechnet zum Wintersemester 2012/13 mit 2500 bis 3000 Studenten an ihren beiden Standorten in Kleve und Kamp-Lintfort. Bis zu 2000 Studenten könnten schon im Wintersemester den neuen Campusmit Leben füllen. "Vor dem Hintergrund des doppelten Abiturjahrgangs war es wichtig, den Campus am Standort Kleve schnell zu errichten", sagte Schulze.

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Kreis Kleves Landrat Wolfgang Spreen verwies auf die enge Verflechtung der Kreis Klever Wirtschaft mit der Hochschule. Bereits während der Bewerbung um einen Hochschulstandort habe die Wirtschaft ihre Mitarbeit signalisiert. "Wir können so heute den Studenten 200 sichere Praktikumsplätze bieten", sagt Spreen. Außerdem finanziere die Wirtschaft eine Stiftungsprofessur. Für die Zukunft setzt die Präsidentin der Hochschule, Marie Louise-Klotz, auf die internationale Ausrichtung. Zwei Drittel der 25 Bachelor- und drei Masterstudiengänge in den vier Fakultäten werden in englischer Sprache gelehrt. Verbindungen mit Hochschulen in Indien und China sind geknüpft, mit Hochschulen in den Niederlanden arbeitet die HRW zusammen.

Steffen Bucksteeg findet den neuen Campus Kleve beeindruckend. Er studiert hier "Qualität, Umwelt Hygiene und Sicherheit (QUSH)", war der erste Präsident des Studierendenparlamentes und ist gerade vom Auslandssemester in Indien zurück. "Schon in den ersten Tagen entstand ein ganz neues Wir-Gefühl, und man kann sich mit dem Campus identifizieren", sagt er. Die Stadtnähe, aber auch die Nähe zu den Städten Arnheim und Nimwegen mache den Standort attraktiv.

Auch die Bundestagsabgeordneten des Kreises, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und SPD-Bundesschatzmeisterin Barbara Hendricks, waren um 6.55 Uhr ins Flugzeug gestiegen, um nach Kleve zu eilen. Pofallas Urteil: "Für die Menschen in der Region ist ein eigentlich unerfüllbarer Traum in Erfüllung gegangen. Die Hochschule ist das wichtigste Projekt, das es jemals im Kreis gab". Die Kleverin Hendricks sprach "von einem großen Tag für den Niederrhein". Der Kreis habe die Chance, eine Hochschule in eine ländlichere Region zu holen, entschlossen ergriffen.

(RP)
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