Razzia in Aachen: Drei mutmaßliche islamistische Terroristen wieder frei

Razzia in Aachen : Drei mutmaßliche islamistische Terroristen wieder frei

Karlsruhe (rpo). Drei bei einer Razzia in Aachen festgenommene mutmaßliche islamistische Terroristen sind noch in der Nacht wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Wie die Karlsruher Behörde mitteilte, bestätigte sich der Verdacht auf Gründung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags nicht. Die Durchsuchungen und Festnahmen am Dienstagabend waren den Angaben zufolge auf den Tipp eines Hinweisgebers zurückgegangen.

Der Mann wollte in einer Aachener Wohnung eine Bombe gesehen haben, wie die Behörde mitteilte. Daraufhin hatte Generalbundesanwalt Kay Nehm die Durchsuchung zweier Objekte in der Stadt veranlasst. Wegen Gefahr im Verzug wurde dafür kein richterlicher Durchsuchungsbefehl erwirkt. Die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte wegen des Verdachts der Gründung einer islamistischen terroristischen Vereinigung nach Paragraf 129a des Strafgesetzbuchs und der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens. Drei Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen und vernommen. Der Verdacht bestätigte sich aber nicht.

In einer Presseerklärung betonte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch, die Aktion sei auf "konkrete Informationen" des Hinweisgebers zurückgegangen, der am Dienstag in der Wohnung eine Bombe gesehen haben wollte. Diese hätte er nach eigener Aussage im Auftrag eines der Beschuldigten gegen Kurierlohn nach Berlin transportieren sollen. Bei den daraufhin veranlassten Durchsuchungen seien aber weder Sprengstoff noch Sprengstoffutensilien gefunden worden, teilte die Karlsruher Ermittlungsbehörde weiter mit. Der Generalbundesanwalt habe deshalb noch in der Nacht die Freilassung der drei Festgenommenen angeordnet, die zunächst noch mit einem "internationalen Netzwerk gewaltbereiter Islamisten" in Verbindung gebracht worden waren.

An den Durchsuchungen und Festnahmen in Aachen waren am Dienstag Beamte des Bundeskriminalamtes, des Bundesgrenzschutzes sowie die örtliche Polizei beteiligt. Bereits im Februar hatte das Bundeskriminalamt nach einer Großrazzia gegen eine mutmaßliche islamistische Terroristengruppe vier Verdächtige vernommen, ohne dass Haftbefehle beantragt wurden. Am vergangenen Samstag verhängte der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof dagegen Haftbefehl gegen einen letzte Woche in Berlin wegen Terrorverdachts festgenommenen Nordafrikaner.

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