Knapp ein Jahr später Verdächtige in Spanien gefasst: Djerba-Attentat: Fünf Festnahmen

Knapp ein Jahr später Verdächtige in Spanien gefasst : Djerba-Attentat: Fünf Festnahmen

Madrid (rpo). Etwa ein Jahr nach den Anschlägen auf die Synagoge auf Dscherba sind in Spanien fünf Verdächtige gefasst worden, denen Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida vorgeworfen werden.

Das teilte Innenminister Angel Acebes am Samstag mit. Die vier Spanier und der Pakistaner sollen über verschiedene Firmen die Aktivitäten von Terrorgruppen aus dem Umfeld El Kaidas finanziert und Geld für sie gewaschen haben. Die Festnahmen seien mit Hilfe der Polizei in Deutschland und Frankreich erfolgt. Aus Paris liegt gegen die Festgenommenen zudem ein internationaler Haftbefehl wegen deren möglicher Verwicklung in das Djerba-Attentat vor. Dabei waren im April vergangenen Jahres 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Touristen aus Deutschland und zwei aus Frankreich. Zu dem Anschlag hatte sich El Kaida bekannt.

Die vier Spanier, darunter eine Frau, waren am Freitagabend von Antiterror-Einheiten in Valencia an der Mittelmeerküste gefasst worden. Der Pakistaner wurde in seinem Telefonladen in Logroño, der Hauptstadt der nordspanischen Weinbauregion La Rioja, gestellt. Das Geschäft befindet sich in der Nähe des Polizeihauptquartiers und des Rathauses. Anwohner berichteten, die Festgenommenen seien in keiner Weise aufgefallen. Bei dem Polizeieinsatz seien ein Dutzend Wohnungen durchsucht und zahlreiche Unterlagen sichergestellt worden, sagte Acebes.

Erst vor sechs Wochen hatte die spanische Polizei in Katalonien im Nordosten des Landes 16 mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder gefasst. Diese Festnahmen erwiesen sich nach späteren Erkenntnissen aber größtenteils als unbegründet. Die damals bei den Verdächtigen beschlagnahmten "Substanzen zur Herstellung von Bomben und chemischen Kampfstoffen" entpuppten sich nach Laboranalysen als harmlose Putzmittel. Die 16 Algerier und Marokkaner sitzen weiter in Untersuchungshaft. Sie sollen von dem zuständigen Ermittlungsrichter am 18. März erneut vernommen werden.

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