Persönlich: Diyar Agu . . . will mit 18 in den Bundestag

Persönlich : Diyar Agu . . . will mit 18 in den Bundestag

Wenn es nach Diyar Agu ginge, wäre Gregor Gysi der nächste Bundeskanzler. Könnte er sich den Ausgang der Bundestagswahl wünschen, bekäme die Linkspartei die absolute Mehrheit - denn als Juniorpartner in einer Koalition könne man schließlich nicht viel reißen, sagt Agu. Der gebürtige Gummersbacher kandidiert auch selbst für den Bundestag. Das Besondere daran: Agu ist erst vor wenigen Tagen 18 geworden - damit ist er der jüngste Direktkandidat aus der Region.

Agu kandidiert für den Oberbergischen Kreis. Sein Ziel ist es, den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Klappt das nicht, könnte er theoretisch immer noch über die Liste der NRW-Linken einziehen. Dort steht er auf Listenplatz 24. Beide Szenarien sind allerdings eher unwahrscheinlich.

Einen Tag vor dem Nominierungsparteitag der Linken im vergangenen Jahr hatte Agu beschlossen, sich als Kandidat aufstellen zu lassen. "In der Nacht habe ich eine Rede geschrieben, die ich dann auf dem Parteitag vorgetragen habe - und wurde prompt gewählt", sagt er. Ein Neuling war Agu damals für seine Parteikollegen allerdings nicht. Schon mit 16 war er bereits Sprecher der Gummersbacher Linken. 2015 hatte er ein Schülerpraktikum bei der linken Ratsfraktion im Rathaus absolviert und danach entschieden, in die Partei einzutreten. 2016 machte er dann ein Praktikum im Bundestag bei Petra Pau, der Bundestagsvizepräsidentin. "Ab dann stand fest - ich möchte auch Bundestagsabgeordneter werden."

Egal, ob er es am 24. September in den Bundestag schafft, oder nicht - ab dem Wintersemester will Agu in Aachen Wirtschaftsingenieurwesen studieren. Wird aus dem Bundestagseinzug nichts, will er außerdem ein Start-up gründen und dort im Bereich der Energiegewinnung arbeiten. "Ich wollte immer Erfinder sein", sagt er. Vielleicht versucht es Agu auch in vier Jahren noch einmal mit dem Bundestag. Er ist ja noch jung.

(RP)
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