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Diplomat Christoph Heusgen rückt Spitze der Sicherheitskonferenz

Ex-UN-Botschafter Christoph Heusgen löst 2022 Wolfgang Ischinger ab : Merkel-Vertrauter soll Chef der Sicherheitskonferenz werden

Christoph Heusgen war zwölf Jahre außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jetzt soll der Diplomat an die Spitze der weltweit renommierten Münchner Sicherheitskonferenz rücken

Privatier ist nichts für Christoph Heusgen. Im Sommer dieses Jahres ging der langjährige außenpolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Ruhestand. Nach zwölf Jahren an der Seite von Merkel war Heusgen 2017 zum Ende seiner Karriere auf den renommierten Posten des deutschen Botschafters bei den Vereinten Nationen gewechselt, wo er mehrfach etwa in der Libyen-Krise oder im Syrien-Konflikt bei sperrigen Veto-Mächten wie Russland oder China für Frieden und Waffenruhe vermittelte.  41 Jahre wirkte Heusgen im diplomatischen Dienst – in Diensten der Bundesrepublik Deutschland. Schon vor seinem offiziellen Eintritt in den Ruhestand war sein Name unter jenen Kandidaten, die für die Nachfolge des früheren deutschen Botschafters in Washington und London, Wolfgang Ischinger, an der Spitze der prestigeträchtigen Münchner Sicherheitskonferenz gehandelt wurden. Der Rheinländer Heusgen selbst verwies auf Nachfrage stets diplomatisch darauf, dass er der Sicherheitskonferenz als Mitglied im Stiftungsrat verbunden sei.

Jetzt soll er doch an die Spitze der Veranstaltung rücken, zu der sich jedes Jahr im Februar Hunderte Experten in München versammeln und dabei Staats- und Ministerpräsidenten, Minister und Staatsekretäre aus aller Welt über die Krisen auf diesem Globus diskutieren. Für diesen neuen Posten kann Heusgen sein großes, weltumspannendes Netzwerk gut brauchen. Ischinger sagte, es sei an der Zeit, die Führung in jüngere Hände zu übergeben. Der 75 Jahre alte Ischinger will die nächste MSC im Februar 2022 noch einmal moderieren und danach seinen Abschied nehmen. Der 66 Jahre alte Heusgen soll dann an die Spitze der weltweit angesehenen Konferenz rücken.

Heusgen selbst sagte unserer Redaktion zur Lage und zu seiner neuen Aufgabe: „Die außenpolitischen Herausforderungen, vor denen Deutschland und Europa heute stehen, werden größer und komplexer. Die Münchner Sicherheitskonferenz bietet eine einzigartige Möglichkeit, diese Herausforderungen zu analysieren und mögliche Lösungswege zu finden - auf dem Podium oder in vertraulichen Gesprächen am Rande.“

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