Die Bildungsqualität ist entscheidend

Die Bildungsqualität ist entscheidend

Gegen den Vorstoß von Ministerin Yvonne Gebauer, die zweite Fremdsprache wieder in Klasse 7 statt in Klasse 6 einsetzen zu lassen, ist wenig einzuwenden. Jedenfalls überzeugt der Einwand nicht, man könne ja schlecht eine Qualitätsoffensive ausrufen und dann mit Entlastung der Schüler argumentieren. Als ob sich beides ausschlösse! Mit dem Start von Französisch und Latein in Klasse 7 verbindet sich vielmehr dieselbe Erwartung wie mit der Rückkehr zu G 9 insgesamt, nämlich mehr Zeit für Wiederholung und Vertiefung. Das entscheidende Kriterium ist ein anderes: Nur wenn die Reformen die Qualität der Bildung gerade am Gymnasium erhöhen, waren sie gerechtfertigt. Wenn das mit Entlastung einhergeht, umso besser.

Die Entscheidung für Klasse 7 dürfte den Druck auf die Gymnasien, zur neunjährigen Schulzeit zurückzukehren, noch verstärken, denn G 9 wird damit für viele Eltern und Lehrer noch attraktiver. So wird auch die Versuchung wachsen, in einem Aufwasch die geplante Wahlmöglichkeit der Schulen zwischen G 8 und G 9 zu kassieren, nach dem Motto: Wozu der Aufwand, wenn doch ohnehin fast alle G 9 wollen? An der Ministerin ist es nun, ihre Schulfreiheitsversprechen aus dem Wahlkampf einzuhalten.

(fvo)