DGB-Chef Sommer fordert Mindestlohn für Leiharbeit

DGB-Chef Sommer fordert Mindestlohn für Leiharbeit

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit – im kommenden Jahr gilt das insbesondere für osteuropäische Arbeitnehmer. Denn ab dem 1. Mai 2011 wird die Arbeitnehmerfreizügigkeit voll wirksam. Demnach müssen EU-Bürger, die in einem anderen Land der Union arbeiten, zu den dort geltenden Löhnen und Gehältern beschäftigt werden.

Ein Sonderfall ist allerdings die Zeitarbeit: Leiharbeiter, etwa aus Polen oder Tschechien, dürfen nicht nur regulär in Deutschland arbeiten, sie können nach den Tarifverträgen ihres Heimatlandes bezahlt werden. Dass dies die Löhne in Deutschland drücken wird, davon ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) überzeugt.

Gestern versuchte DGB-Chef Michael Sommer bei einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), für einen Mindestlohn bei der Zeitarbeit zu werben. Ohne Erfolg: "Die Positionen gehen auseinander", sagte Merkel. Sie setze lieber auf "Gespräche mit der Wirtschaft und den Arbeitgebern", sagte sie dem DGB-Vorsitzenden vor laufenden Kameras. Der warnte, dass der Beschäftigungsaufbau nach der Krise maßgeblich auf der "missbräuchlichen Handhabung der Zeitarbeit" beruhe.

  • Brüssel/Berlin : Höhere Löhne für EU-Arbeitskräfte

Nach Informationen unserer Zeitung hat das Arbeitsministerium unter Ursula von der Leyen (CDU) bereits einen Gesetzentwurf für Mindestlöhne in der Zeitarbeit ausformuliert. Die Ministerin will aber erst abwarten, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt. Denn noch steht das Vorhaben auf wackeligen Füßen, hat sich doch die FDP bisher vehement gegen einen solchen Mindestlohn ausgesprochen.

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